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Korbach

Eckart Hardegen neuer CDU-Fraktionschef

Korbach (jk). Eckart Hardegen ist neuer Chef der Korbacher CDU-Fraktion. Nach dem Rücktritt von Andreas Kwoll soll der erfahrene Unionsmann Hardegen die Fraktion bis zum Ende der Legislaturperiode 2011 lenken – und wieder in ruhigere Bahnen bringen.

Eckart Hardegen (69) ist neuer CDU-Fraktionschef in Korbach. Nach dem Rücktritt von Andreas Kwoll soll Hardegen die aufgerüttelte Fraktion in ruhigere Bahnen lenken. (Foto: jk)

Bei einer kurzfristig einberufenen CDU-Vorstandsitzung gab es für Hardegen am Freitagabend schließlich einhellige Zustimmung, den Fraktionsvorsitz zu übernehmen. Vorgänger Andreas Kwoll hatte am vergangenen Montag für einen Paukenschlag gesorgt und war mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Zugleich hat Kwoll die Partei verlassen. Sein Mandat im Stadtparlament will Kwoll indes fortführen.

In der CDU-Vorstandssitzung vom Freitag waren zunächst auch die jüngeren Kandidaten Heinz Langerzik und Dr. Marc Müllenhoff als mögliche Fraktionschefs im Gespräch, bestätigte Harden am Samstagmittag gegenüber WLZ-FZ. Langerzik sei jedoch beruflich stark eingespannt, und Müllenhoff wolle zunächst noch mehr politische Erfahrung sammeln. Somit sei das Votum am Ende der Aussprache einstimmig für Hardegen ausgefallen.

„Wir brauchen im Moment Ruhe und Beständigkeit“, erklärte Hardegen das Motiv der CDU – gerade in Zeiten, in denen auf Kreis- und Stadtverbandsebene etliche Turbulenzen herrschten. Somit stellte sich Hardegen zur Verfügung, denn er ist – mit Unterbrechung – seit 1974 für die CDU im Stadtparlament aktiv. In zwei Wochen feiert Hardegen seinen 70. Geburtstag.

An der Kooperation mit FWG und FDP im Stadtparlament will Hardegen nicht rütteln. Die CDU werde zum Wohle der Stadt Korbach in Sachfragen aber auch das Gespräch mit den anderen Fraktionen suchen, sagte Hardegen. Fraktionszwang und Parteipolitik seien nicht die obersten Maßstäbe für sachlich orientierte Kommunalpolitik. Insofern sei auch in Zukunft nicht auszuschließen, dass es in der Union zu entscheidenden Fragen unterschiedliche Meinungen gebe. Das sei Ausdruck von Demokratie und Fairness. Damit begegnete Hardegen auch Kritik aus den Reihen der bürgerlichen Koop-Partner sowie des früheren Fraktionschefs Andreas Kwoll. Da war von Zerstrittenheit und Führungsproblemen die Rede.

Kwoll sei „mit Sicherheit ein guter Fraktionschef gewesen, dem wir Anerkennung schulden“, unterstrich Hardegen. Enttäuschung gebe es innerhalb der CDU aber „über den Stil“, wie sich Kwoll aus der Fraktion zurückgezogen habe. So nahm Kwoll mit einem Brief aus seinem Kuraufenthalt Abschied. Neben gesundheitlichen Problemen nannte Kwoll als inhaltliche Punkte wachsende Schwierigkeiten zur „einheitlichen Willensbildung“, Probleme, „ergebnisoffen“ über wichtige stadtpoitische Fragen zu beraten (etwa Schwimmbad) bis hin zur fehlenden Unterstützung aus Unionsreihen für Bürgermeister Klaus Friedrich als Landratskandidat.

Hardegen hat derweil alle Fraktionen im Stadtparlament über sein neues Amt als Fraktionsvorsitzender informiert und will in der nächsten Stadtverordnetensitzung eine persönliche Erklärung abgeben.

Eckart Hardegen wohnt in der Kernstadt und ist Maschinenbau-Ingenieur. Bei Conti war Hardegen über Jahre als Umwelt- und Sicherheitsexperte für alle Reifenwerke weltweit zuständig. 1974 rückte er ins Stadtparlament und war dort bereits lange Jahre Fraktionsvorsitzender der CDU. Ende 1994 schied er aus beruflichen Gründen als Fraktionsvorsitzender aus.

Mehr in unserer Zeitungsausgabe vom 7. September.


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  • Zurück, zurück wir sind zu wenig... vicilinus – 08.09.09
    Mit dieser, bei den alten Wickingern schon bekannten Parole könnte man das derzeitige Verhalten der Kreis- und Stadt-CDU beschreiben.
    Nach dem Rücktritt der beiden Leitfiguren hoffte man auf einen frischen Neuanfang. Dessen absolut konträr liegen die Entscheidungen auf Kreis- wie auch auf Stadtebene.
    Die CDU setzt hier auf das Ewiggestrige und nominiert die bewährte Rentnerriege in Personalunion von Lutz Klein und Eckart Hardegen. Diese beiden Betonköpfe stehen nicht für eine neue, frische Politik, sondern verharren in ihrer ideologischen Versnobtheit. Offensichtlich hat die CDU in WA-FKB keine jungen talentierten Nachwuchskräfte oder man traut denen nichts zu. Selbstvertändlich bekommt es jeder Gruppierung gut, auch lebenserfahrende Mitglieder zu haben, die beratend zur Seite stehen, aber es hätte der Partei gut getan, mit der Nominierung einer jüngeren Führungsperson auch die Anpassung an den politischen Mainstream kundzutun.
    Lutz Klein der willfährig den Wünschen seines Wiesbadener Dienstherrn gefolgt ist und in Nordhessen z.B. den Ausbau des Flughafenens Calden, Müllverbrennungsanlagen mit minimalsten Filteranlagen in Witzenhausen, Heringen und Korbach durchgewunken hat, ist genauso wenig wie dem ehemaligen Umweltbeauftragten der Continental AG Eckhart Hardegen zuzutraun, dass sie sich dem Bürgerwillen nach entschieden dafür einsetzen, dass solche Störfälle, wie jüngst in der Korbacher MVA mit Quecksilber geschehen, nicht noch einmal wiederholen.
    Somit fällt die CDU auf Kreis- und Stadtebene einen Quantensprung in ihrer Entwicklung zurück.
    Schade ist auch dass integre, sich sozial verbundene Politker, wie Andreas Kwoll, das Segel streichen und sich ob der ganzen Querelen ganz aus der Politik verabschieden, bzw. in die hinteren Reihen begeben.
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