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Asel-Süd

Drama auf dem Edersee: Angler brechen ins Eis ein

Vöhl-Asel-Süd (jos). Eine Frau aus Asel-Süd hat am Donnerstag gleich zweimal ihr eigenes Leben riskiert, um das Leben eines leichtsinnigen Anglers zu retten. Für einen anderen in den Edersee eingebrochenen Angler kam jeder Hilfe zu spät.

Für die Rettungskräfte unfassbar: Trotz eindringlicher Warnungen der Wasserschutzpolizei haben zwei Männer sich mit ihrer Anglerausrüstung bis weit auf den Edersee gewagt. Ein Mann hat diesen Leichtsinn mit seinem Leben bezahlt. Nur Dank des lebensgefährlichen Einsatzes einer Anwohnerin hat ein zweiter Angler den Einbruch in das Eiswasser überlebt.Foto: Johannes Fuhr

Das Drama beginnt am Nachmittag. Zwei Männer haben sich mit ihren Angelausrüstungen trotz eindringlicher Warnungen der Wasserschutzpolizei bis weit hinaus auf den Edersee gewagt. Vom Ufer in Asel-Süd aus sind sie über das dünne Eis zu zwei unterschiedlichen Stellen gelaufen und haben mit Hacken Löcher in das Eis geschlagen, in die sie ihre Angeln halten. Gegen 16.50 Uhr passiert laut Angaben der Polizei das Unglück: Einer der beiden Angler bricht in den See ein. Laut schreit er um Hilfe. Der andere Angler hört die Rufe. Er begibt sich zu der Stelle, an der der Mann eingebrochen ist. Doch auf dem Weg dorthin hält das dünne Eis auch unter den Füßen des zweiten Anglers nicht stand. Zwei Männer befinden jetzt sich an zwei Stellen im eisigen Wasser des Edersees. Sie ringen mit dem Tod und schreien nach Hilfe.
Eine Anwohnerin nimmt die Rufe wahr. Sie eilt zum Ufer des Sees. Geistesgegenwärtig nimmt die 36-jährige Frau eine Stange mit. Damit will sie die Angler retten. Doch auf dem Weg zu einem der Männer bricht die Frau selber ins Eis ein. Ihre achtjährige Tochter steht in diesem Moment am Ufer des Edersees und muss mit ansehen, wie ihre Mutter versucht, sich aus dem Eiswasser zu befreien. Dank der Stange gelingt es der Frau, sich zu retten. Doch anstatt auf professionelle Hilfe zu warten, riskiert die Anwohnerin noch einmal ihr Leben, um das eines leichtsinnigen Anglers zu retten.
Ein anderer Anwohner hat in der Zwischenzeit eine Leiter herbeigeholt. Mit dieser Leiter nähert sich die klatschnasse und durchgefrorene Frau erneut dem Einbruchloch – und rettet einen der beiden Angler aus dem Eiswasser, das an dieser Stelle acht Meter tief ist. In der Zwischenzeit hat ein Passant die Rettungskräfte alarmiert. Als die am Ort des Geschehens eintreffen, ist der zweite Verunglückte schon nicht mehr zu sehen. Der andere Angler und seine Lebensretterin werden in die Krankenhäuser nach Korbach und Frankenberg gebracht. Beide haben eine Unterkühlung erlitten, die Frau aus Asel-Süd steht unter Schock. Um die Tochter der Retterin kümmert sich Notfallseelsorger Pfarrer Jan-Friedrich Eisenberg. Der gerettete Angler stammt laut Polizeiangaben aus dem Raum Warburg, die Identität des anderen Mannes ist noch unklar.
Feuerwehrleute aus Schmittlotheim, Herzhausen und Korbach sind ebenfalls zu der Unglücksstelle geeilt. Insgesamt sind rund 50 Rettungskräfte im Einsatz. Doch für den zweiten Angler können sie nichts mehr tun. Der Mann ist offensichtlich von der starken Strömung mitgerissen worden.
Die Einsatzkräfte am See fordern die Hilfe der Kasseler Berufsfeuerwehr an, die über eine Tauchergruppe verfügt. Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei landen die Männer gegen 18.15 Uhr am Ufer des Sees. Eine halbe Stunde später brechen auch sie den Einsatz ab. Sie haben versucht, sich mit einem Boot der Einbruchstelle zu nähern. Aufgrund der starken Strömung gehen die Taucher allerdings erst gar nicht ins Wasser – das wäre zu gefährlich.
„Wir haben alles versucht“, betonen der Vöhler Gemeindebrandinspektor Berthold Schreiber und Bürgermeister Harald Plünnecke gegenüber WLZ-FZ. Der Verwaltungschef lobt die gute Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften der verschiedenen Organisationen. Die couragierte Anwohnerin, die einem der beiden Angler das Leben gerettet hat, will Plünnecke für die Rettungsmedaille des Landes Hessen vorschlagen.


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