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Korbach: Projekt „Migration - Integration - Teilhabe“ bis Dezember gesichert

Der jährliche Kampf um die Zuschüsse

Korbach(resa). Das Integrationsprojekt in Korbach hatte schon viele Namen. Grund dafür sind vor allem unterschiedliche Förderprogramme, die in Frage kamen. Bis Ende 2012 ist das Projekt noch finanziell abgesichert – auch dank der Zusage der Stadt. Was danach kommt, ist aber ungewiss.
 

Bis Dezember ist die Projektarbeit von „Migration – Integration – Teilhabe“ gesichert, dafür sorgen Werner Nagel, Bürgermeister Klaus Friedrich, Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland, Lydia Oswald, Natalja Schens und Dekanin Eva Brinke-Kriebel.

© Demski

Sie beweisen Kreativität und Einsatz, bringen die Menschen zusammen und ermöglichen Ausgegrenzten Teilhabe: Lydia Oswald und Natalja Schens engagieren sich seit fast fünf Jahren für Menschen mit Migrationshintergrund. 2007 stellten Land, Stadt, Kreis und das Diakonische Werk ein Finanzierungsmodell auf die Beine, mit dem die Arbeit der Aktion „Passport“ weitergeführt werden sollte.

Die beiden fleißigen Damen stellten von ihrem Büro im Diakonischen Werk aus ein Konzept auf die Beine, bildeten eine Ortsgruppe mit vielen Ehrenamtlichen und erdachten Aktionen für Kinder, Erwachsene und Senioren. Sie wollten Brücken bauen zwischen Korbachern mit und ohne Migrationshintergrund. Mit Erfolg: Lydia Oswald und Natalja Schens machten den Menschen Mut, ihre eigenen vier Wände zu verlassen. Sie unterstützten das Projekt Sprachpaten, das Schüler unter die Arme greift, deren Muttersprache nicht deutsch ist. Und sie initiierten das Projekt „Kein Kind ohne ausreichende Deutschkenntnisse“, das schon Kindergartenkinder in den Fokus nahm. Sie erfanden kulturelle Veranstaltungen, die von Korbachern mit Migrationshintergrund mitgestaltet wurden – ob Ausstellungen, Konzerte oder kulinarische Feste.

Im August 2010 endete dann die Finanzierung des Projekts, Natalja Schens und Lydia Oswald gaben ihr kleines Büro auf. „Aber die Menschen riefen plötzlich bei uns Zuhause an“, erzählt Natalja Schens. Also machten die Damen ehrenamtlich weiter. Im Dezember 2010 fanden Werner Nagel vom Kirchenvorstand und der damalige Dekan Bernd Böttner eine neue Finanzierungsmöglichkeit. Sie bewarben das Projekt mit dem neuen Schwerpunkt „Teilhabe“ bei der Landeskirche. Die sagte 50 000 Euro für zwei Jahre zu. Seitdem heißt das Projekt „Migration - Integration - Teilhabe“. Fördergelder gibt es auch von der Kirchengemeinde (10 000 Euro), dem Kirchenkreis (10 000 Euro), dem Kreis (10 000 Euro) und der Stadt (17 000 Euro). Den Bescheid über 8500 Euro für 2012 übergab gestern Bürgermeister Klaus Friedrich. 7000 Euro kommen durch Spenden zusammen, das Diakonische Werk stellt Büro und Material im Wert von 10 000 Euro. Das bedeutet Projektkosten von 114 000 Euro für zwei Jahre.
„Das ist ein Erfolgsmodell“, freute sich Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Bescheidübergabe am Montag.

Weitere Infos gibt es montags und mittwochs von 9 bis 11 Uhr im Projektbüro unter Telefon 05631/913677.

Mehr lesen Sie in der WLZ  vom Dienstag, 7.Februar


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