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Prachtrosellen-Männchen trotzt seit Wochen in Korbach den Minustemperaturen

Ausgebüxter Papagei im Garten

Schillernder Gast am Meisenkasten: Seit mehreren Wochen beobachten Anwohner der Pestalozzi- und Fröbelstraße einen freilebenden Papagei.

Bunt gefiederter Gast am Mittagstisch: Seit drei Wochen beobachtet Familie Detzner aus Korbach den Papagei, der sich am Vogelhäuschen mit Sonnenblumenkernen versorgt.

© pr

Korbach.  Gert Detzner traute  beim Blick auf das Vogelhäuschen vor dem Haus seinen  Augen nicht: Nicht etwa eine  Meise, sondern ein rund 30 Zentimeter großer Vogel schlug sich dort das Bäuchlein voll, das Köpfchen und die obere Brust leuchtend rot, die untere Brust gelb-grün, lange Schwanzfedern. Seit jetzt etwa drei Wochen beobachten Detzner und seine Frau von ihrem Balkon aus den Papageien, der sich regelmäßig am Meisenkasten an Sonnenblumenkernen gütlich tut. „Vor allem hat der Vogel den extremen Frost von bald minus 20 Grad ertragen“, staunt Detzner. 

Doch das ist nichts Ungewöhnliches, erklärt der Korbacher Vogelzüchter Helmut Müller vom Verein Ornis: „Wenn die Tiere in einer Außenvoliere gehalten wurden und an die Temperaturen gewöhnt sind, machen das kalte Winterwetter und Minusgrade ihnen nichts aus, solange sie genügend zu fressen haben.“  Tatsächlich gibt es in vielen Städten in Deutschland ganze Papageipopulationen, die sich aus einzelnen ausgebüxten  Vögeln entwickelt haben. Allein in  der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden und Umgebung leben laut Medienberichten derzeit rund 1300 Halsbandsittiche und mehrere  Hundert der knapp 55 Zentimeter großen Alexander-Sittiche in freier Wildbahn.

Anhand eines Fotos, das Gert Detzner geschossen hat, kann Helmut Müller schnell identifizieren, welcher Art das Korbacher Exemplar angehört: „Es ist ein Prachtrosellen-Männchen“, stellt der Papageienexperte mit einem Blick fest. Ihre ursprüngliche Heimat hat diese Art im australischen Bundesstaat New South Wales. „Wenn er zahm ist, lässt er sich vielleicht locken“, sagt Müller. Anhand der Nummer auf der vorgeschriebenen Beringung könne das Veterinäramt dann den Besitzer feststellen. Bislang
ist nicht bekannt, wer den Exoten vermisst. 

Mehr lesen Sie in der WLZ  vom Donnerstag, 23. Februar


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