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Willingen

20 Jahre Deutsche Einheit: Sport vereint Ost und West

Willingen (nv). „Wir haben alles richtig gemacht“: Uwe Leipold, Michael Lohschmidt und Mario Ulbricht verließen die DDR im Januar 1990 kurz entschlossen. In Willingen haben sie eine neue Heimat und privates Glück gefunden – nicht zuletzt dank des Sports, der auch 20 Jahre später vereint.

Erleben grenzenloses Glück in Willingen (v. l.): Johannes und Moritz Ulbricht, Michael und Jan Lohschmidt, Mario Ulbricht, Sophie Leipold, Sven Lohschmidt sowie Uwe, Theresa und Leni Leipold.

© Natalie Volkenrath

Reisen in den Westen sind in der DDR wenigen Bürgern vorbehalten, zu ihnen zählen Spitzensportler. Sie sollen die Stärke des Regimes präsentieren. Als Mitglieder der Nationalkader im Skilanglauf und Biathlon reisen auch Uwe Leipold aus Oberhof (Foto, rechts) und Michael Lohschmitdt aus Elterlein (l.) durch die Welt. Als die Mauer am 9. November 1989 fällt, sitzt Lohschmidt vor einem Fernseher in Schweden. Leipold, zu dieser Zeit auf einem Lehrgang in Russland, erfährt erst Zuhause vom historischen Ereignis.

Wie eine Medaille hat der Mauerfall für die Skisportler aber zwei Seiten: Ihre Vereine, die nicht der Armee unterstehen, können ihnen plötzlich keine gesicherte Zukunft mehr bieten. Gleiches gilt für Lohschmidts engsten Freund Mario („Walter“) Ulbricht (Mitte), der nach Karriereende beim Polizeisportclub Dynamo Zinnwald beschäftigt ist. „Von heute auf morgen konnten wir nichts mehr planen, auch unser Fernstudium hing in der Schwebe“, blickt Ulbricht zu Lohschmidt.

Uwe Leipold und seine Freundin Kerstin Örtel in Thüringen, Lohschmidt und Ulbricht in Sachsen – unabhängig voneinander treffen sie im Januar 1990 innerhalb weniger Tage eine Entscheidung, die ihr Leben verändern soll: die Ausreise in die Bundesrepublik. „Zu dieser Zeit mussten wir davon ausgehen, dass es kein zurück gibt“, betont Lohschmidt. Von den Eltern sei natürlich niemand begeistert gewesen, erinnern sich alle drei. Schließlich sei weder klar gewesen, ob sie ihre Kinder jemals wiedersehen, noch ob sie durch deren Ausreise künftig benachteiligt sind.

„Mein Vater war bei der Polizei, meine Mutter Schuldirektorin. Da niemand wusste, wie gut das System noch funktioniert, musste ich sie vor vollendete Tatsachen stellen“, denkt Lohschmidt an die schwierigen Stunden. „Einen Vorteil hatten wir aber, der uns immer zu Gute gekommen ist: Wir hatten die BRD als Sportler bereist und wussten, dass wir auch dort für alles hart arbeiten müssen.“

Mehr zum Thema des Tages "20 Jahre Deutsche Einheit" lesen Sie in der WLZ-FZ-Zeitungsausgabe vom 2. Oktober 2010.


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