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Bad Arolsen feiert 100 Jahre Bathildisheim

Raus aus dem Heim, ab in die Stadt

Bad Arolsen (-es-). Auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 24. Janaur 1912  wurde das Bathildisheim mit 30 Wohnheimplätzen für Behinderte in Helsen eröffnet. 100 Jahre später werden in den Einrichtungen des diakonischen Rehazentrums 1100 Menschen mit Behinderungen von 800 Mitarbeitern betreut.

Sie feiern die Eröffnung des Bathildisheims vor 100 Jahren: V.l. Herbert Weygandt vom Aufsichtsrat des Bathildisheims, Vorstand  Klaus Winger, Wittekind Fürst zu Waldeck und Pyrmont, Vorstand Albert Schmidt und Helmut Hausmann vom Aufsichtsrat des Bathildisheims. Foto: Elmar Schulten

Das von Fürstin Bathildis aus christlicher Verantwortung mit geprägte Konzept weg vom Almosenempfänger hin zum wertgeschätzten Mitglied der Gesellschaft sei auch heute noch richtungsweisend. Es sei ein langer Weg gewesen von den Weggesperrten in Massenschlafsälen hin zu den individuell betreuten und geförderten Behinderten von heute, die mitten in der Gesellschaft leben, wohnen und arbeiten sollen.

„Die Professionalität, mit der hier gearbeitet wird, strahlt bundesweit aus“, lobte Staatssekretärin Petra Klepper vom hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit bei der Jubiläumsfeier.

 Das Bathildisheim sei seiner Zeit voraus gewesen, denn heute gelte die UN-Menschenrechtskonvention mit dem Ziel der Inklusion als bindendes Recht, ergänzte die Erste Beigeordnete des Landeswohlfahrtsverbands, Evelin Schönhut-Keil.

Inklusion bedeute in der reinen Lehre: Es soll keine Sonderwelten mehr geben für Menschen mit Behinderungen. Damit sei keine Hilfe „nach Kassenlage“ gemeint, sondern vielmehr Förderung nach Bedarf und Wunsch der Betroffenen. Das sei nicht automatisch billiger, betonte die Vertreterin des Landeswohlfahrtsverbands, also derjenigen Institution, die im Auftrag der hessischen Landkreise die Kosten für die Unterbringung und Betreuung der Behinderten aufzubringen hat. Aktuell bedeute Inklusion, dass die großen Sammelunterkünfte für Behinderte Schritt für Schritt aufgelöst und durch kleine Wohngruppen mitten in den Städten abgelöst würden. Das Bathildisheim nimmt die Herausforderung an und hat bereits Betreute aus dem Haus Waldfrieden in Neu-Berich in eine Wohngruppe am Bickeweg umgesiedelt. Aktuell entsteht eine zweite Wohngruppe in Volkmarsen. Eine dritte ist mitten in Wolfhagen geplant.

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