Protest der Protestanten aus dem Kirchspiel Külte: Prälatin Roswitha Alterhoff wurde am Dienstagabend auf dem Weg zu einer Kirchenvorstandssitzung durch gut 200 Gemeindeglieder empfangen, die gegen die Auflösung des Kichspiels demonstrierten. Foto: Armin Haß
Das Kirchspiel soll nach den Vorschlägen des evangelischen Kirchenkreises der Twiste aufgelöst werden. Aufgrund der allgemein rückläufigen Gemeindegliederzahlen, des damit verbundenen Sinkens der Steuereinnahmen und der drohenden Defizite bei der Landeskirche sollen in Kurhessen-Waldeck die Strukturen neu geordnet werden. 92 Pfarrstellen sollen bis 2017 gestrichen werden. Das bedeutet die Auflösung traditionsreicher Pfarrämter, die Zerschlagung von Kirchspielen. In dem Kirchenkreis der Twiste sind davon auch die Gemeinden im Roten Land betroffen, allerdings hat hier der Bischof bereits angekündigt, dass die Pfarrstelle Helmighausen (außerdem für Hesperinghausen, Kohlgrund und Neudorf zuständig) noch einmal besetzt werden soll. Nach einer Frist von fünf Jahren soll aufgrund der Entwicklung der Anzahl der Gemeindeglieder neu entschieden werden, inwieweit das Kirchspiel weiterhin Bestand haben kann.
Sowohl im Roten Land als auch in Külte, von wo aus der vor der Pensionierung stehende Pfarrer Klaus-Dieter Kregelius auch die Gemeinden Neu-Berich und Wetterburg betreut, protestierten die Gemeindeglieder gegen die Auflösung der innerhalb von Jahrhunderten gewachsenen kirchlichen und gemeindlichen Strukturen – so auch gestern Abend in Külte.
Rund 200 Gemeindeglieder empfingen die Prälatin und Dekanin Ariane Vermeil, die sich bei einer nicht öffentlichen Kirchenvorstandssitzung informieren wollten. Eine Entscheidung soll die Landessynode im April treffen, erklärte Prälatin Alterhoff im Gespräch mit der WLZ. Lautstark machten Gemeindeglieder ihrem Ärger Luft, die bislang noch an keiner Demo teilnahmen. Auf Plakaten wurde unter anderem ein Mitspracherecht der Gemeindeglieder gefordert und gegen die Zerschlagung protestiert. „Vetternwirtschaft“, schimpften die Protestanten, und mit Kirchenaustritten wurde gedroht.
Dekanin Vermeil betonte, dass zwei Pfarrstellen im Kirchenkreis gestrichen werden müssten. Die Zahl der Gemeindeglieder sinke im gesamten Kirchenkreis.
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