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DIEMELSTADT

Auszeichnung für Präventionsarbeit

Diemelstadt-Rhoden / Münster (-ah-). „Den haben wir uns gemeinsam erarbeitet“, sagte Lothar Kannenberg, Wegbereiter und Leiter des Trainingscamps für straffällig gewordene Jugendliche in Rhoden zu dem an seine Einrichtung verliehenen Deutschen Förderpreis Kriminalprävention.
Lothar Kannenberg (r) zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch im Boxring. Das Foto entstand im Februar 2007. Foto: Elmar Schulten

Lothar Kannenberg (r) zusammen mit Ministerpräsident Roland Koch im Boxring. Das Foto entstand im Februar 2007. Foto: Elmar Schulten

Die mit 50 000 Euro dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an insgesamt fünf Preisträger. Am 30. Oktober soll die Überreichung der Prämiien im Rathaus in Münster erfolgen.
Die Stiftung Kriminalprävention in Münster hat den Preis ausgelobt, der unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler vergeben wird.
Weitere Preisträger sind Farid Vatanparast (Münster), der als ehemaliger Boxer Jugendlichen den Sport beibringt und dafür von ihnen gute schulische Leistungen verlangt, ein interkultureller Ältestenrat in Northeim. Der Berliner Autor Fadi Saad, der in dem Buch „Der große Bruder von Neukölln“ über sein Leben im deutschen und arabischen Kulturkreis berichtet, und die Leitstelle für Kriminalprävention beim Innenministerium Rheinland-Pfalz mit ihren Bemühungen um mehr. Bundesweit gab es über 100 Bewerber.
Im Trainingscamp Kannenberg betreuen 21 so genannte Respekttrainer und Pädagogen straffällig gewordene Jugendliche. 20 Jugendliche sind in der ehemaligen Waldarbeiterschule untergebracht. Im Rahmen der Integration laufen momentan intensive Bemühungen um die Nachsorge.
Beim jüngsten Volkslauf in Schmillinghausen starteten Jugendliche aus dem Camp beim 10 000-Meter-Lauf. Im Rahmen eines Tages der offen Tür können sich die Bürger einen Eindruck von Leben im Trainingscamp verschaffen. Der Hessische Rundfunk berichtet an dem Tag live aus Rhoden.
Der ehemalige Boxtrainer Kanneberg hat selbst erlebt, was die Jugendlichen erleben, und will sie durch sportliches Training an die Grenzen und damit zur Besinnung bringen. Doch das bedeute auch, dass er mit gutem Beispiel vorangehen müsse.
So will der 52-Jährige am 25. Oktober am Frankfurt-Marathon teilnehmen und trainiert bereits seit einiger Zeit mit seinem Team.
Das erste Mal lief er die klassische Distanz 1988 in Frankfurt mit 4:05 Stunden. Beim Marathon in Hamburg bracht er es sogar auf 3:45 Stunden, in der Main-Metropole geht es ihm ums Durchkommen, wie Kannenberg im Gespräch mit der WLZ erklärt.


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