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Diemelstadt-Rhoden

Altenheim auf Schloss Rhoden bleibt geschlossen

Diemelstadt-Rhoden (-ah-). Das Altenheim auf Schloss Rhoden bleibt endgültig geschlossen. Das Waldecksche Diakonissenhaus gibt das aus dem 17. Jahrhundert stammende Gebäude zum Jahresende offiziell an die Waldeckische Domanialverwaltung als Eigentümerin zurück. Die geplante Investition von neun Millionen Euro würde sich aufgrund des momentan Überangebots an Seniorenplätzen nicht lohnen.

Das Alten- und Pflegeheim des WDS auf Schloss Rhoden bleibt aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen, die im Wirtschaftsplan der Domanialverwaltung eingeplanten acht Millionen Euro für die umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes werden nun nicht ausgegeben. Foto: Armin Haß

Das ist das am Mittwochmittag erläuterte Ergebnis eines Gutachtens der Kirchlicher Finanzdienst GmbH in Kassel, die das WDS in Auftrag gegeben hat. Die Betreibergesellschaft, die derzeit mit positivem wirtschaftlichen Ergebnis das Altenheim in Flechtdorf betreibt, wäre nach Auskunft von WDS-Verwaltungsleiter Wilfried Höhle bereits im vorigen und spätestens Anfang dieses Jahres durch eine Isolvenz bedoht gewesen. Die Verluste summierten sch im ersten Halbjahr 2011 auf  bereits 176 000 Euro, die Belegung reichte mit 67 Prozent von insgesamt 68 Plätzen ncht mehr für einen wirtschaftlichen Betrieb aus. Deswegen und damals noch im Hinblick auf die voraussichtlich zwei Jahr dauernden Bauarbeiten im Schloss wurde die Einrichtung bereits Ende Juli geschlossen. WDS-Vorsteher Horst Rühl kündigte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung an, die im November abgeschlossen sein werde. Das Ergbenis präsentierte das WDS am Montag der Domanialkommission, dem Ältestensrat des Kreistags und dem Diemelstädter Bürgermeister Rolf Emde.  Aus der vorläufigen Schießung ist nun eine endgültige geworden. Der Direktor der Waldeckischen Domanilverwaltung, Rolf Kaufmann,  betonte, dass das WDS als zuverlässiger Partner die Wirtschaftslichkeitsberechnung habe unternehmen müssen.
Wie das denkmalgeschützte Bauwerk oberhalb der Rhoder Altstadt künftig genutzt wird, ist noch völlig offen. Die im vorigen Jahr im Wirtschaftsplan der Domanialwaltung (Eigenbetrieb des Kreises) verankerte Sanierung für acht Millionen Euro ist zurückgestellt  worden. Diese war speziell auf den Betrieb eines Altenheims zugeschnitten worden. Immerhin geben die Pläne nach Auffassung von Kaufmann einen Überblick über den Investitionsbedarf bei einem weiteren Betrieb. Vorerst werden nur die notwendigsten Sicherungsmaßnahmen für das leerstehende Gebäude erfolgen.

"Wir werden in Ruhe prüfen, welche weitere Nutzung in Frage kommt", sagt Kaufmann: "Nur momentan springt uns da nichts in Auge, und einen Plan B haben wir auch nicht." Vorerst werde im regionalen Rahmen geprüft, was getan werden könnte. Kaufmann will eine überregionale Vermarktung der Immobilie nicht aussschließen, erinnerte aber auch an die Verantwortung der Eigentümerin für das architektonische und kulturelle Erbe.
Das Schloss war seit Ende des Zweiten Weltkriegs Alten- und Pflegeheim des Kreises Waldeck, dann des neugebildeten Großkreises und wurde vor der Übernahme durch das WDS vor drei Jahren bereits durch eine geeinnützige GmbH unter Regie des Kreises geführt.Das WDS hat diese Gesellschaft dann mit den Heimen in Rhoden und Flechtdorf übernommen. Als sich die Defizite in Rhoden vergrößerten, hat das WDS zusammen mit der Domanialverwaltung eine Sanierung ins Auge gefasst, um die Konkurrenzfähigkeit des Betriebes sichern zu können.
Die zuletzt 46 Bewohner sind in anderen Heimen untergebracht worden. Für die 49 Mitarbeiter habe sich das WDS um eine anderweitige Beschäftigung innerhalb der gGmbH, beim WDS und anderen privaten oder dakonschen Trägern bemüht, sagt Vorsteher und Pfarrer Horst Rühl.. Elf Mitarbeiter leiteten arbeitsrechtliche Schritte ein, die Prozesse endeten mit Vergleichen.


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