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Informationsabend für Eltern · Zurückgehende Schülerzahlen erfordern Zusammenlegungen

Ab 2013 Twistetaler Grundschulen im Verbund

Wie sieht die Zukunft der Grundschule Twiste aus? Beim Informationsabend in der "Post" haben sich zahlreiche Eltern über das Modell Verbundschule informiert.
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Die Grundschule in Twiste. Foto: Sandra Simshäuser

Twistetal-Twiste/Berndorf. Der Schulelternbeirat und die Schulkonferenz der Twister Grundschule hatten zu der Veranstaltung eingeladen. Der Grund: Bei vielen Eltern hatte das 2011 im Hessischen Schulgesetz verankerte Konzept der Verbundschule für Irritationen gesorgt. Fragen waren aufgekommen: Verliert die Schule ihre Eigenständigkeit, wenn es zur Verbundschule kommt? Bringt das System Nachteile für Schüler oder den Austausch zwischen Eltern und Pädagogen?

"Wir erhoffen uns grundlegende Infos, auch für die Elternschaft", erklärte Viola Zimmermann, Vorsitzende des Schulelternbeirats, den Hintergrund der Einladung. Für Rede und Antwort standen neben den betroffenen Pädagogen aus Twiste und Berndorf Vertreter des Schulträgers - dem Landkreis Waldeck-Frankenberg - des Staatlichen Schulamtes in Fritzlar und der Gemeinde Twistetal bereit.

Ausführliche Informationen über die Verbundschulpläne im Schulentwicklungsplan hatte Reiner Stracke vom Landkreis, Fachdienst Schule und Bildung, parat. Fakt ist, dass rückläufige Schülerzahlen allerorten auf dem Land für Kopfzerbrechen beim Kultusministerium sorgen. Einerseits sollen ortsnahe Schulstandorte erhalten werden, andererseits Verwaltungskosten für Schulen mit vergleichsweise wenigen Schülern eingespart werden. Hier greift das Konzept der Verbundschule, dessen Ziel es ist, Schulstandorte zu sichern, die von einer Schließung bedroht sind. Eine oder mehrere kleine Schulen werden einer größeren "Kernschule" zugeordnet, wobei die Kernschule als Sitz der Verwaltung selbstständig bleibt.

Kernschule in Berndorf

Für die Grundschule Twiste hat der Schulträger die größere Grundschule Berndorf als Kernschule im Schulentwicklungsplan vorgesehen. "Das sind zwei Standorte, aber eine Schule mit einem Briefkopf", brachte Stracke das Konzept auf den Punkt. Die Grundschule Berndorf - und nicht etwa Bad Arolsen - habe man als Kernschule ausgewählt, da die Twistetaler Nachbardörfer Berndorf und Twiste bereits einer Kommune angehören.

Hinzu kommt, dass die Twister Schulleiterin Ute Schmidt-Frey nur noch bis Ende dieses Schuljahres im Amt ist. Eine kommissarische Leitung für ein Jahr sei angedacht, bis der geplante Verbund im Schuljahr 2013/14 greift. Auch das Schulsekretariat in Twiste soll wie gewohnt besetzt bleiben.

Sollte der Plan in dieser Form von Kreistag und Ministerium "abgesegnet" werden, würde das Einzugsgebiet des künftigen Schulbezirks dann Berndorf, Twiste, Nieder-Waroldern, Elleringhausen, Mühlhausen und Helmscheid umfassen. Für die Schüler würde sich somit keine spürbare Änderung ergeben.

Fragen kamen dennoch auf: Können Eltern Einfluss auf die Planung nehmen? Über die Schulelternvertreter ist dies möglich: "Wir sind im Stadium des Beteiligungsverfahrens", erläuterte Stracke. Noch bis zum 5. April hat die Schulgemeinde die Möglichkeit, Stellung zu den Planungen zu nehmen. Am 21. Juni wird dann der Kreistag über den Schulentwicklungsplan entscheiden. Engagierte Eltern sollten sich mit ihren Ideen und Gedanken daher möglichst bald an den Schulelternbeirat wenden.

Zehn Standorte

Übrigens sei "Kirchturmspolitik" keine Lösung, warnte Reiner Stracke. Mehrere Eltern hatten zuvor in der Versammlung angefragt, warum man die Schüler aus Gembeck und Nieder-Waroldern statt nach Adorf und Höringhausen nicht in die Twister Grundschule schicke. "Wenn Sie an einer Schule Kinder wegnehmen, sind da die Probleme", erinnerte Stracke. Immerhin sind im Schulträgerbereich insgesamt zehn Schulstandorte von der Verbundschulplanung betroffen. Von Seiten der Gemeinde Twistetal bemühe man sich zwar, die Kinder nach Twiste zu holen, erklärte dazu Gemeindebeigeordneter Otto Huntzinger - "Entscheiden können wir’s nicht."

Noch 51 Kinder

Die Grundschule Twiste wurde 2000 erweitert und ist seit 2011 auch „Betreuende Grundschule“. Derzeit werden dort 51 Kinder in drei Klassen unterrichtet. Der Unterricht in der 3./4. Klasse findet jahrgangsübergreifend statt. Mit Blick auf die Geburtenstatistik können in Twiste ab dem Schuljahr 2014/15 vor­aussichtlich nur noch zwei Schulklassen gebildet werden.(sim)


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