Bei Landfrau Beate Homrighausen kommen in der Winterzeit häufig Spätzle auf den Tisch. Weil sie kein Gluten verträgt, kocht die Landfrau mit speziellem Mehl.
Landfrau Beate Homrighausen hat eine Glutenunverträglichkeit. Weil Gluten aber in Mehl – also in Brot und Nudeln – und auch in Gewürzen vorkommt, kann bei ihr nicht jedes Essen auf den Tisch kommen. Zumindest muss sie Familienrezepte vor dem Kochen abändern.
In der Weihnachtszeit kocht Beate Homrighausen gerne Spätzle als Beilage zum Schweinebraten oder einem leichteren Putengeschnetzelten – natürlich ganz ohne Gluten. Dafür braucht die 46-jährige Landfrau spezielle Zutaten. Mit einfachem Weizenmehl kann sie den Teig für ihre hausgemachten Spätzle nicht anrühren: „Zum Kochen oder Backen muss ich glutenfreies Mehl nehmen“, erklärt Beate Homrighausen, während sie Wasser in einen großen Topf füllt und auf dem Herd zum Kochen bringt.
Für den Spätzleteig vermischt die Bromskirchenerin helles glutenfreies Mehl mit Maisgrieß, Eiern, Öl und Salz und knetet alles zusammen zu einem zähen Teig – die Zubereitung geht schnell und ist unkompliziert. „Jetzt muss der Teig bei Zimmertemperatur 20 Minuten ruhen“, sagt sie. Diese Zeit braucht der Maisgrieß, um zu quellen. Wenn das Salzwasser kocht und der Teig geruht hat, geht auch das Kochen schnell: Beate Homrighausen legt einen Spätzlehobel über den Topf mit dem kochenden Wasser und schabt den Teig durch den Hobel. Dabei entstehen die Spätzle. „Die müssen jetzt nur ganz kurz einmal aufkochen und sind dann schon fertig.“
Dann holt die Landfrau die kleinen Spätzle schon wieder mit einem Schaumlöffel aus dem Topf und lässt sie in einem Sieb abtropfen. Danach reibt sie noch mehr Teig durch den Hobel, denn die selbst gemachten Spätzle sind der Renner in der Familie, und die beiden Töchter freuen sich schon auf eine große Portion. „Die glutenfreien Spätzle kommen in der Familie gut an“, sagt Beate Homrighausen, während sie die nächste Portion aus dem Kochtopf fischt. Glutenfreies Brot isst ihre Familie nicht mit, aber das glutenfreie Mittagessen schmeckt auch ihrem Mann und den Töchtern.
Bei Familie Homrighausen kommen regelmäßig die hausgemachten Spätzle auf den Tisch – in den verschiedensten Variationen. „Das Rezept ist leicht und die Spätzle schmecken zum Beispiel auch, wenn ich sie im Ofen mit Käse oder Zwiebeln überbacke.“
Diesmal gibt es zu den hausgemachten Spätzle ein Putengeschnetzeltes. Die Töchter fragen bereits, wann es Abendessen gibt, während Beate Homrighausen Zucchini, Paprika und frische Pilze in einer Pfanne andünstet und das Putenfleisch anbrät. Die Soße macht die Landfrau mit gehackten Tomaten und Sahne.
Würzen darf sie nur mit Pfeffer, Salz und Paprika. Weil Beate Homrighausen auch Lacitise nicht verträgt, muss die Sahne lactosefrei sein. „Wenn man eine Glutenunverträglichkeit hat, dann kommt die Lactoseunverträglichkeit meistens direkt mit“, sagt sie, während sie die Soße noch einmal durchrührt und dann mit den Spätzle und der Pute auf den Tellern anrichtet. „Da ist es gut, dass Gluten mittlerweile auf Verpackungen ausgewiesen werden muss.“ Mittlerweile gebe es eine große Auswahl an Produkten ohne Lactose und Gluten. „Vor einigen Jahren war es viel schwerer. Eine Tante, die auch kein Gluten verträgt, konnte fast nichts essen.“
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