In der Weihnachtsbäckerei (v. l.): Elisa, Madleen, Mia, Lena, Geburtstagskind Elena, Anna, Celina, Lara und Emilia bereitet das Plätzchenbacken große Freude.
Als Kinder haben wir immer mit meiner Oma Spritzgebäck gebacken“, erzählt Stefan Piecha, stellvertretender Leiter des WLZ-FZ Medienservices, und lächelt: „Für mich hat sie immer extra eine große Tüte mit Plätzchen in S-Form zubereitet.“ Nach dem Tod der Großmutter im vergangenen Jahr wollen der Twistetaler und seine Frau Martina die lieb gewonnene Tradition weiterführen. Da Tochter Elena am 27. November, also zur besten Backzeit, acht Jahre alt wird, beschließt die ganze Familie, in diesem Jahr eine spritzige Geburtstagsparty zu feiern. Bei der Einladung bittet Elena Freundinnen und Cousinen, ihre Lieblingsförmchen zum Plätzchenbacken mitzubringen.
Als die Mädchen zur Feier kommen, überrascht Elena sie mit kleinen Schürzen, auf die sie zusammen mit ihren Eltern Sterne aufgemalt hat. Nachdem jedes Kind die Schürze mit dem eigenen Namen beschriftet hat, öffnet die Backstube in der heimischen Küche ihre Pforten.
Damit die Kinder die Lust aber nicht schon verlieren, bevor das erste Plätzchen auf dem Blech liegt, haben Martina und Stefan Piecha den Teig für das helle (siehe Rezept) und dunkle Spritzgebäck am Vormittag bereits vorbereitet. Die dunkle Variante unterscheidet sich von der hellen nur dadurch, dass ein statt zwei Päckchen Vanillin-Zucker genommen werden und ein Esslöffel Wasser sowie 30 Gramm Kakao dazu kommen. „Das Rezept ist aus dem Schulbackbuch meiner Oma“, berichtet Stefan Piecha.Zunächst rühren Piechas das Fett schaumig und geben nach und nach Zucker, Vanillinzucker und Salz (dunkle Variante: plus Wasser) dazu. Das mit Gustin (und Kakao) gemischte und gesiebte Mehl rühren sie esslöffelweise unter.
Schon bevor das gesamte Mehl verar-beitet ist, wird der Teig fest. Der Rest des Mehls und die Mandeln kneten die Twistetaler unter den Teig. „Dann den Teig in S-Formen oder Kränzen auf ein Backblech spritzen“, heißt es im Rezept. „Meine Oma hat den Teig immer durch den Fleischwolf gedreht, statt ihn zu spritzen“, erklärt Stefan Piecha – und da in der Adventszeit Tradition groß geschrieben wird, machen es auch die Nachwuchsbäckerinnen so. Damit aber auch die Lieb-lingsförmchen der Mädchen zum Einsatz kommen, gibt es nicht nur klassisches Spitzgebäck, sondern auch ausgestochene Plätzchen aus Spritzgebäckteig. Ob Herzen, Sterne, Halbmonde, den Esel aus der Weihnachtsgeschichte oder Buchstaben, mit denen sie ihre Namen schreiben – die Geburtstagsgäste haben alles dabei.
Zuvor müssen sie den Teig jedoch ausrollen. Mehl und Frischhaltefolie erleichtern die Arbeit. Erschwerend ist für die kleinen Bäckerinnen jedoch der gute Geruch, der die Küche erfüllt. So verschwindet der ein oder andere Teigbrocken als Naschwerk im Mund, bevor sich ihm ein Förmchen auch nur nähern konnte. Als die ersten Backbleche mit gespritzten und ausgestochenen Plätzchen belegt sind, schiebt Stefan Piecha sie für rund zehn Minuten in den vorgeheizten Ofen (Strom: 175 bis 195 Grad). Auf den für helles Spritzgebäck typischen Guss verzichten Piechas an diesem Nachmittag, weil das Auftragen für die Kinder zu langatmig würde. Das Rezept haben sie aber natürlich parat: Der mit Kakao gesiebte Puderzucker wird mit Wasser glatt gerührt. Das heiße Fett kommt dazu. Die Plätzchen werden zur Hälfte bestrichen.
Gut durchgebacken und ausgekühlt, wandern die Plätzchen entweder direkt in den Mund der Kinder oder in eine mit Weihnachtsmotiven bedruckte Tüte. So erinnern sich die Geburtstagsgäste in der Adventszeit immer dann an den Besuch in Piechas Weihnachtsbäckerei, wenn sie eine selbst gebackene Leckerei vernaschen.
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