Christa Rauhio schneidet die Rote-Bete-Scheiben aus dem Glas in feine Würfel. Den Saft braucht sie zum Färben der Sahne.
Manchmal ist das Einfache das Beste: Für den Lieblingssalat der Familie Rauhio aus Schreufa gilt das auf jeden Fall. Der finnische Weihnachtssalat „Rosolli“ ist in Minuten zubereitet, den Rest erledigt die Zeit: Er muss mindestens sechs Stunden, besser über Nacht, durchziehen.
Christa Rauhio, Vorsitzende des Frankenberger Bezirksvereins der Landfrauen, hat das Rezept von ihrer finnischen Verwandtschaft: Ihr verstorbener Ehemann Dr. Markko Rauhio stammte aus Finnland, wo Christa Rauhio vor Jahrzehnten eine zweite Heimat gefunden hat. Fast jeden Sommer verbringt sie fünf bis sechs Wochen in Kokemäki. Sie schätzt die Lebensart der Finnen: „Sie sind sehr naturverbunden und gelassener als die Deutschen.“ Ihre beiden erwachsenen Töchter sind zweisprachig aufgewachsen, Anne ist Ärztin und lebt im New Yorker Stadtteil Staten Island, Nina ist Sprachlehrerin und zu ihren nordischen Wurzeln zurückgekehrt: Sie lebt seit zehn Jahren in Helsinki.
Die finnische Küche beschreibt Christa Rauhio als „ganz bodenständig“: Es gibt viel Fisch, Fleisch und Wild. „Im Sommer lieben die Finnen Erdbeeren und Eis.“ Mindestens alle zwei Wochen steht bei Christa Rauhio Hering mit Salzkartoffeln auf dem Speiseplan. „Eigentlich ist es ganz ähnlich wie in Deutschland“, sagt die 62-Jährige.
Seit Jahren gehört Rosolli fest zum Weihnachtsmenü der Familie. Der Salat ist nicht nur lecker, sondern auch absolut unkompliziert zuzubereiten: Die Rote Bete in ein Sieb geben, den Saft auffangen. Dann werden Rote Bete, Gurken, Zwiebeln und der geschälte und entkernte Apfel mit einem scharfen Messer fein gewürfelt und alles gründlich miteinander vermischt. „Das Schneidebrett sollte man am besten sofort abspülen“, gibt Christa Rauhio einen Tipp – sonst verfärbt es sich pink.
Die Schreufaerin bereitet den Salat immer einen Tag vorher zu und lässt ihn über Nacht durchziehen. Kurz vor dem Servieren wird dann die ebenfalls ungewürzte Schlagsahne steif geschlagen und mit zwei Esslöffeln Rote-Bete-Saft gefärbt. Sie wird in einer Extra-Schüssel serviert, jeder nimmt einen Löffel davon auf den Salat. Weil der Rote-Bete-Saft auch die anderen Zutaten pink färbt, vor allem aber durch die rosafarbene Sahne, erinnert Rosolli optisch zunächst an ein Dessert. Der Eindruck verfliegt jedoch, sobald man den Salat probiert: Die Zwiebeln geben eine angenehme Schärfe, und tatsächlich: Pfeffer, Salz oder Essig sind völlig unnötig. „Es reicht, dass das Gemüse vorher eingelegt war“, erklärt Christa Rauhio. Mit ihrem Rezept, das sie auch bei ihren „finnischen Abenden“ den Landfrauen serviert, hat sie übrigens schon so manchen Rote-Bete-Verächter doch noch von dem Gemüse überzeugen können.
Das Erdbebengebiet im Norden Italiens kommt nicht zur Ruhe. Auch in der Nacht zum Montag haben neue Erdstöße die Region Emilia Romagna erschüttert. Die beiden schwersten Nachbeben am frühen Montagmorgen erreichten eine Stärke von 3,7 und 3,6. mehr