10. November 1989: Tausende klettern am Brandenburger Tor auf die Berliner Mauer.Foto: ap
Es war ein unglaubliches Kauderwelsch, in das Günter Schabowski eine historische Botschaft verpackte: „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden ...“ Und zwar „unverzüglich“, wie sich auf Nachfrage eines Journalisten herausstellte.
Kaum hatte der damalige DDR-Regierungssprecher bei der internationalen Pressekonferenz diese Sätze gesprochen, da testeten Menschen in Ost-Berlin auch schon den Wahrheitsgehalt. Zunächst am Grenzübergang „Bornholmer Straße“, später an weiteren Grenzübergängen innerhalb der geteilten Stadt Berlin – und schließlich auch an anderen Stellen der innerdeutschen Grenze.
Erstmals seit dem Mauerbau (13. August 1961) standen sich Deutsche aus Ost und West freien Schrittes wieder nahe, jeder Ost-Berliner wurde jubelnd von Menschentrauben empfangen. Und die ersten Trabants knatterten im Zweitakt immer Richtung Westen.
Fortan sollte „zusammenwachsen, was zusammen gehört“, wie es der SPD-Grande und frühere (West-)Berliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt am 10. November 1989 auf den Punkt brachte. Am 3. Oktober 1990 kam schließlich der große Tag der deutschen Einheit.
In unserer neuen WLZ-FZ-Serie „20 Jahre Mauerfall“ möchten wir Geschichte und Geschichten aufgreifen, die mit dem 9. November 1989 verbunden sind. Schreiben Sie uns Ihre Erinnerungen, schicken Sie uns Ihre Fotos, die mit dem Mauerfall und der deutsch-deutschen Einheit zusammenhängen.
Begegnungen von Familien, Reisen über die Grenzübergänge, deutsch-deutsche Partnerschaften, das „Begrüßungsgeld“ im Westen, der erste Gang durchs Brandenburger Tor, Silvester 1989 in Berlin, Flucht aus der DDR, der alte „Trabi“ in der Garage – wir möchten über Ihre Erinnerungen oder Erinnerungsstücke in unserer Serie berichten.
Kontakt in der Redaktion: Waldeckische Landeszeitung/Frankenberger Zeitung, Lengefelder Straße 6, 34497 Korbach, Tel. 05631/560-150, Mail: lokalredaktion@wlz-fz.de.
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Kommentare
Dekanin Vermeil Walter Zimmermann – 09.11.09
Für Dekanin Vermeilist der Mauerfall ein Moment,indem man Gottes wirken in der Geschichte erfahren kann.Sieht sie Gottes Wirken auch in den Geschehnissen des 9. N0vember 1938 ? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
9.11.1989 Dr.Annette Willems – 01.11.09
Ich kann mich an den 9.11.89 noch gut erinnern, ich war mit einer Freundin in Florida und wir schauten abends noch schnell mal ins Fernsehen und sahen Menschen auf der Mauer in Berlin rumhüpfen. Wir dachten na da haben die Amis sich wieder eine komische Fernsehgeschichte ausgedacht und haben abgeschaltet. Am nächsten Morgen wurden wir beim Frühstück von allen beglückwünscht wie toll und wie schön das nun sei. Wir haben darauf hin sofort eine Tageszeitung gekauft und konnten dann die Fernsehszenen vom Abend einstufen.Mit freundlichem Gruß Dr.Annette Willems Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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