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WLZ-FZ-Serie 20 Jahre Mauerfall

„Berlin wird leben und die Mauer wird fallen“

Das wiedervereinigte Berlin hat sich zu einer pulsierenden Metropole entwickelt. Die Suche nach den Spuren der Teilung wird zu einer bewegenden Geschichtsstunde.

Am früheren Grenzübergang der Westalliierten in der Friedrichstraße können Besucher heute das Mauermuseum besuchen und sich vor der nachgebauten Kontrollbaracke mit einem uniformierten Fotokomparsen in US-Uniform ablichten lassen. Checkpoint Charlie wurde der auch durch Filme weltweit bekannnte dritte Grenzposten auf der Strecke zwischen der Bundesrepublik und Westberlin nach Helmstedt und Dreilinden aufgrund des us-amerikanischen Buchstabieralphabets genannt. Fotos: Thomas Kobbe

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Berlin. „Wejen Zonengrenzen müssense hier nich mehr uffpassen. Höchstens noch bein Karten für de U-Bahn.“ Es ist keiner der oft bemühten Taxifahrer, sondern einer der vielen Chauffeure der Bundestags-Fahrbereitschaft, der die Normalität des Alltagslebens in der vor 20 Jahren noch geteilten Hauptstadt mit Berliner Schnauze beschreibt.

„Und das ist auch gut so“, lässt sich zudem das bekannteste Zitat der „First Lady“ (die Berliner über ihren Regierenden Bürgermeister) für den Status quo ohne Viermächtestatus umdeuten.

„Hier ging damals die Mauer entlang“, erklärt das Oberhaupt einer Kölner Familie seinen beiden Kindern Nelson und Svenja beim Rundgang durchs Regierungsviertel die Geschichte. Aus den Fenstern an der Ostseite des Reichstagsgebäudes schaute man damals auf den Todesstreifen. Im Areal zwischen Mauer und „Hinterlandsicherungsmauer“ stand das noch einmal eigens abgesperrte Brandenburger Tor. Bis zum 9. November 1989 patrouillierten dort Volkspolizisten, heute tobt auf dem Platz des 18. März (Märzrevolution 1848, erste freie Volkskammerwahl 1990 in der DDR) das Leben: Sightseeing-Busse, Fahrrad-Rikschas und nostalgische Pferdedroschken, die auf Touristen warten. Nahe des Reichstags stößt der Berlin-Besucher an zwei Standorten (Reichstagsufer und Ecke Friedrich-Ebert-Str./Scheidemannstraße) auf eine Reihe weißer Kreuze zum Gedenken an die Maueropfer. 136 Menschen kamen zwischen dem 22. August 1961 und dem 8. März 1989 an der Mauer zu Tode. Die meisten Opfer wurden beim Versuch, die insgesamt knapp 160 Kilometer lange Berliner Mauer zu überwinden, von Grenzsoldaten erschossen.

Heute sind nur noch an wenigen Stellen Mauerreste und –spuren zu entdecken. Die Relikte lassen sich mit wenig Vorbereitung auf interessanten Touren verbinden, zu bewegten und bewegenden Geschichtsstunden. An der Bornholmer Straße deutet zum Beispiel kaum noch etwas darauf hin, dass hier am 9. November 1989 Zehntausende DDR-Bürger über die Bösebrücke in den Westteil Berlins marschierten. Vom ehemaligen Grenzübergang sind lediglich zerbrochene Betonplatten und rostige Stahlträger übrig geblieben, die Sträucher schon lange überwuchert haben. An die historische Bedeutung dieses Platzes erinnert einzig ein aus einem Mauerbrocken gefertigter Gedenkstein auf der östlichen Straßenseite. Willy Brandts vorausahnende Worte aus seiner Rede vom 10. November 1989 sind eingraviert: „Berlin wird leben und die Mauer wird fallen.“

Informationen zur Geschichte der Berliner Mauer und Hinweise auf Originalschauplätze gibt es in diesen Museen und Gedenkstätten:
Alliierten-Museum, Clayallee 135
Ausstellung „Topographie des Terrors“, Niederkirchnerstr. 8;
DDR-Museum, Karl-Liebknecht-Str. 1;
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, Marienfelder Allee 66-80;
Forschungs- und Gedenkstätte „Stasi“-Zentrale Normannenstraße, Ruschestr. 103, Haus 1;
Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Str. 111;
Gedenkstätte „Stasi“-Gefängnis Hohenschönhausen, Genslerstr.66;
Wachturm Kieler Eck, Kieler Str. 2;
Mauermuseum Haus am Checkpoint Charlie, Friedrichstr. 43-45;
Denkmal „Sinkende Mauer“, Invalidenplatz;
East Side Gallery, Mühlenstraße (tk)
Internet: Berlinermaueronline.de; chronik-der-mauer.de


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