Der Schäfer Georg Risse aus Warstein steht bei seinen Mutterschafen im Stall. Das für Rinder und Schafe gefährliche Schmallenberg-Virus ist mittlerweile in 47 Betrieben in vier Bundesländern nachgewiesen – auch in Hessen. In Waldeck-Frankenberg gibt es zwei Verdachtsfälle.
Welche Folgen die ersten Verdachtsfälle haben werden, „wissen wir nicht so genau“, sagte gestern Bettina Elsner vom Fachdienst Lebensmittelüberwachung, Tierschutz und Veterinärwesen beim Landkreis. Sie kann nur schätzen, wann Ergebnisse vorliegen werden und tippt auf Ende dieser Woche. Denn weil die Tierkrankheit in Deutschland erst seit wenigen Wochen bekannt ist, sind auch die Untersuchungsverfahren noch neu. Derzeit finden nach Angaben von Elsner Testläufe in Gießen statt. Dort werden auch die verendeten Tiere aus dem Landkreis auf das Virus untersucht (wir berichteten).
Vordringliche Aufgabe des Veterinäramtes ist die Aufklärung der Landwirte über die Krankheit, die zu Missbildungen und Totgeburten bei Rindern, Schafen und Ziegen führen kann. „Derzeit finden die Versammlungen der Kreisbauernverbände statt, da geben wir die Informationen vom Ministerium weiter“, erläuterte Elsner. Bisher sei die neue Seuche aber eine „Katze im Sack“. Alle missgebildeten oder verendeten Tiere müssen sofort dem Veterinäramt gemeldet werden. Die Lämmer und Kälber werden dann auf das Virus geprüft. „Verdächtige Bestände werden so lange untersucht, bis ein positives Ergebnis vorliegt“, erläuterte Elsner. Allerdings könne sich dieses Vorgehen auch schnell wieder ändern, schränkte sie ein. „Die Entwicklungen in solchen Fällen sind manchmal rasant.“
Sollte das Schmallenberg-Virus tatsächlich festgestellt werden, habe das keine Konsequenzen für den betroffenen Betrieb, betonte Elsner. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. „Und die Krankheit ist nicht von Tier zu Tier übertragbar.“ Die Infektion, die nach aktuellem Wissensstand durch Stechmücken erfolgt, liege bereits Monate zurück. Bestandssperren kämen daher nicht in Betracht.
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