„Ein Eingang, zwei Ausgänge“: Dies verspricht Ministerpräsident Roland Koch hessischen Schülern, wenn sich Haupt- und Realschule unter dem Dach der Mittelstufenschule vereinen.
Mit Blick auf Pläne der Landesregierung zur Sekundarstufe I sind sich die Pädagogen in einem Punkt jedoch einig: „Wir brauchen weitere Informationen, vor allem über die Aufbaustufe“, berichtet Michael Gering, Leiter der Louis-Peter-Schule (LPS) in Korbach. Diese Auskünfte sind nötig, um den Entwurf der Mittelstufenschule mit den bisherigen Unterrichtsformen vergleichen zu können.
Ob verbundene Haupt- und Realschule oder Grund-, Haupt- und Realschule mit Förderstufe – der gemeinsame Unterricht ist in Waldeck-Frankenberg nicht neu. Fünft- und Sechstklässler drücken größtenteils gemeinsam die Schulbank, besuchen allenfalls in einzelnen Fächern Kurse mit unterschiedlichem Leistungsniveau. „Aufgrund geringer Schülerzahlen haben wir Mädchen und Jungen auch schon bis zum Ende der siebten Klasse gemeinsam unterrichtet“, erläutert Martina Schütz, Leiterin der Ense-Schule in Bad Wildungen. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht und überlegen, ob wir dieses Modell bis zum Ende der siebten oder achten Klasse fortführen.“ Um die Schüler adäquat auf Haupt- und Realschulabschluss vorzubereiten, solle dann jedoch die Trennung erfolgen. Den schulformübergreifenden Unterricht würden auch ihre Kollegen Michael Gering und Erhard Wagner (Ortenbergschule Frankenberg) gern ausweiten.
Wagner gehört allerdings zu den Kritikern, denen die Reform nicht weit genug geht: „Der Entwurf ist halbherzig, weil viele Schulen heute schon weiter sind“, hebt der Frankenberger hervor.
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