Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich die Leiche an Teilen der vom See verdeckten Brücke festgefangen habe, hieß es am Donnerstagbeim Polizeieinsatz an der Stelle, wo vorige Woche ein Angler ertrunken ist. Vermutlich noch am Freitag sollen Taucher in den See gehen, um die Leiche zu bergen, erklärte ein Kriminalbeamter.
Mit Spürhunden hat die Wasserschutzpolizei am Donnerstag auf dem Edersee nach der Leiche gesucht. Bei den Hunden der Rasse Malinois handelt es sich um speziell für die Leichensuche auf dem Wasser ausgebildete Tiere. Sie gehören der nordrhein-westfälischen Landespolizeischule für Diensthundewesen in Stukenbrock an.
Die beiden Hundeführer Uwe Schröder und Thomas Nolte sowie ein Beamter der Wasserschutzpolizei nahmen jeden der drei Hunde einzeln auf einem Boot mit auf den See. Über eine heruntergelassene Bugklappe hatten die Hunde dann die Aufgabe, mit ihrem ausgeprägten und besonders geschulten Geruchsinn auf der Wasseroberfläche entsprechend Witterung aufzunehmen. Im Erfolgsfall schlagen die Hunde an, ansonsten verhalten sie sich ruhig
Bei der Suche zeigten alle auf dem Wasser eingesetzten Tiere im Bereich der alten Aseler Brücke entsprechend positive Reaktionen und machten ihre Hundeführer durch lautstarkes Bellen auf ihre Fundstelle aufmerksam. Damit sei davon auszugehen, dass sich die Leiche des ertrunkenen Anglers tatsächlich dort befindet, erklärte Schröder.
Die Hunde mit den Namen Toni, Kalle und Else sind Experten bei der Leichensuche auf dem Wasser. Rund anderthalb Jahre dauert die Ausbildung der Tiere, sagte der Hundeführer. Der Edersee ist den Vierbeinern bestens bekannt, denn die nordrhein-westfälischen Polizisten nutzen den See regelmäßig für Übungen mit den Hunden.
Der im Edersee ertrunkene Angler, ein 54-jähriger Mann aus Warburg, war vorigen Donnerstag beim Eisangeln in das Wasser eingebrochen. Sein Bekannter, der an anderer Stelle geangelt hatte und dem 54-Jährigen zu Hilfe kommen wollte, stürzte ebenfalls in den See. Er wurde allerdings gerettet. Eine Anwohnerin zog ihn aus dem See. Bei der dramatischen Rettungsaktion war die Anwohnerin selber zwischenzeitlich in das Eiswasser eingebrochen. Weil die aus Sibirien stammende Frau allerdings eine Ausbildung in Eisrettung hat, konnte sie zuerst sich und dann auch den einen der beiden Angler mit Hilfe einer Leiter aus dem Wasser befreien.
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