Auszubildende passgenau vermitteln: Rainer Kesper leitet den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.Foto: Thomas Kobbe
„Diese Zeiten sind vorbei“, bekräftigt Kesper. Weil die Schülerzahlen aufgrund des Bevölkerungsrückgangs abnehmen, das Lehrstellenangebot aber wieder das Niveau des Vorjahres erreicht, widmen sich die 21 Mitarbeiter des Arbeitgeberservices verstärkt der passgenauen Vermittlung. So übernimmt Kespers Abteilung auf Wunsch das komplette Bewerbungs-Management, sucht bundesweit nach geeigneten Lehrlingen oder verhilft Betrieben, die ausbilden wollen, aber aus finanziellen Erwägungen zögern, zu Fördermitteln. Häufig führe „die gefühlte Schere“ zwischen den Erwartungen des Betriebes und den anhand von Zeugnissen und im Lebenslauf nachgewiesenen oder eben fehlenden Fähigkeiten des Bewerbers dazu, dass Lehrstellen „Leerstellen“ bleiben, berichtet Kesper. Deshalb bestehe der erste Schritt im Serviceangebot darin, möglichst exakt das genaue Bewerberprofil zu ermitteln. Für kleinere Firmen vorteilhaft sei die Möglichkeit, das komplette Verfahren von der Agentur abwickeln zu lassen. Schulabgänger werden angeschrieben oder direkt angesprochen, Unterlagen gesichtet, geeignete Bewerber empfohlen. Und sollte partout mal kein passender Berufsanfänger zu finden sein, könne die Agentur alternative Personalvorschläge machen. Mit Unterstützung eines Qualifizierungsprogramms ließen sich so auch arbeitssuchende Erwachsene vermitteln. Der Arbeitgeber spare auf jeden Fall Geld und Zeit. Genau betrachtet habe er diese Dienstleistung über die Sozialversicherungsbeiträge bereits mitfinanziert
Eine Klage will er vermeiden, die angebotene Pauschal-Entschädigung von 11.000 Euro hält er aber nicht in jedem Fall für angemessen: Anwalt Andreas Widmann vertritt deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs, das vor einem Monat in Italien verunglückte. mehr