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Waldeck-Frankenberg

Kreiskrankenhaus soll neuen Chef bekommen

Frankenberg (lb). Als heißer Kandidat für den Chefsessel im Frankenberger Kreiskrankenhaus wird der Winterberger Krankenhaus-Geschäftsführer Christian Jostes gehandelt.

Soll den Platz als Krankenhaus-Geschäftsführer räumen: Hans-Dieter Segschneider. Foto: pr

Nach Informationen der WLZ-FZ ist der Arbeitsvertrag von Krankenhaus-Geschäftsführer Hans-Dieter Segschneider zuletzt bereits verändert worden. Damit sollte ermöglicht werden, dass der Vertrag – früher als zunächst geplant – schon zum Ende des Jahres 2011 auslaufen kann. Wie es aus in der Regel gut informierten Kreisen heißt, ist es sogar wahrscheinlich, dass der Vertrag mit Segschneider kurzfristig aufgelöst wird und der Geschäftsführer schon in den nächsten Wochen geht. Schon ab Januar 2011, also in zwölf Wochen, könnte dann der Winterberger Klinik-Chef Christian Jostes als neuer Geschäftsführer im Frankenberger Krankenhaus anfangen. Ob dies so geschieht – darüber will der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag beraten. Nicht bekannt ist derzeit, ob die Entscheidung über die zukünftige Führung des Kreiskrankenhauses im Zusammenhang mit der umstrittenen Verlängerung der Arzneimittel-Lieferverträge zu sehen ist. Wie berichtet, ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Kassel wegen des Vorwurfs, die Vergabe des Auftrages zugunsten eines Apothekers aus Korbach im Jahre 2009 sei nicht rechtens gewesen. Im Visier der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist zwar Ex-Landrat Helmut Eichenlaub. Aber auch die Rolle von Krankenhaus-Geschäftsführer Segschneider wird überprüft. Der gelernte Verwaltungswirt war im Frühjahr 2006 von Eichenlaub in Frankenberg als „Fusionsmanager“ vorgestellt worden. Zunächst sollte Segschneider seinerzeit an zwölf Tagen im Monat für das Kreiskrankenhaus tätig werden, dafür war nach WLZ-FZ-Informationen ein Honorar von 500 Euro pro Tag vorgesehen. Der zunächst bis April 2007 befristete Honorar-Vertrag wurde verlängert, Segschneider hat letztlich die Krankenhaus-Geschäftsführung hauptberuflich übernommen. Die zunächst noch anvisierte Fusion mit der Stadtklinik in Korbach spielte dabei zuletzt offenbar keine große Rolle mehr. Segschneider-Kritiker im Frankenberger Krankenhaus sagen sogar, der Zusammenschluss mit Korbach sei von der Klinikleitung nie wirklich ernsthaft verfolgt worden. Als designierter Nachfolger von Segschneider gilt mit Christian Jostes ein junger Manager aus Westfalen. Erst Anfang dieses Jahres hat er die Geschäftsführung des St.-Franziskus-Hospitals in Winterberg übernommen. Der Klinik-Chef ist Ende 30 und Diplom-Betriebswirt. Bevor er den Posten in Winterberg übernommen hatte, war er bei einer Krankenkasse und in einem anderen Krankenhaus beschäftigt. Das Winterberger Krankenhaus hat eine überschaubare Größe: Es beschäftigt rund 175 Mitarbeiter und verfügt über hundert Betten.Unter Jostes’ Regie wurde übrigens im Mai dieses Jahres eine nach seiner Aussage bundesweit wohl einmalige Kooperation zwischen den Kliniken in Winterberg und Korbach geschlossen, bei der eine bessere Akutversorgung von Herzinfarkt-Patienten im Mittelpunkt steht. Eine Brücke nach Korbach hat der Krankenhaus-Geschäftsführer also bereits von Winterberg aus geschlagen – vielleicht wird unter seiner Führung in Frankenberg ja auch die Fusion mit Korbach wieder forciert.


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