Strom wird teurer, die Energie Waldeck-Frankenberg hebt die Preise an.
In diesen Tagen flattert jedem Stromkunde der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) per Post eine persönliche Information zu seinen neuen Strompreisen ins Haus. Als erster Energieversorger im Landkreis hebt EWF vor allem durch die neue Sonderumlage bedingt (siehe Hintergrund) die Strompreise zum 1. März für alle Stromkunden an. In allen Tarif-Angeboten steigt der Strompreis um 0,33 Cent pro Kilowattstunde netto (0,39 Cent inklusive Steuern und Abgaben). Die Grundpreise bleiben stabil. Für einen Single-Haushalt, der jährlich 2000 Kilowattstunden Strom verbraucht, bedeutet die Strompreiserhöhung der EWF jährliche Mehrkosten von brutto 7,80 Euro. Die monatlichen Mehrkosten betragen also 65 Cent. Eine Familie im Einfamilienhaus, die durchschnittlich 4500 Kilowattstunden Strom verbraucht, muss mit monatlichen Mehrkosten von 1,46 Euro (17,55 Euro im Jahr) rechnen. Die neuen Strompreise gelten laut EWF bis zum Jahresende. Ausgenommen von der Preisgarantie seien Änderungen der gesetzlichen Steuern und Abgaben.
Beim Frankenberger Versorger Energiegesellschaft Frankenberg (EGF) sind zumindest vorerst keine Erhöhungen geplant. „Bei uns bleiben die Preise stabil“, sagte der kaufmännische Leiter Jens Dippel auf WLZ-FZ-Nachfrage. Die Umlage allein sei für die EGF kein Grund zur Erhöhung. Sollten aber auch noch die Bezugspreise steigen, seien Anpassungen wahrscheinlich – vermutlich noch dieses Jahr. Einen genauen Zeitpunkt könne er nicht sagen. „Wir gehen aber davon aus, dass das der Trend sein wird“, sagte Dippel über die steigenden Strompreise. Auch der Eon-Mitte-Vertrieb plant nach Auskunft von Pressesprecher René Schneider noch keine Anpassungen: „Wir beobachten den Markt“, sagte er. Im vergangenen Jahr habe die Eon ihren Kunden stabile Preise bis zum Frühjahr 2012 versprochen.
Kurz vor Jahresende hat die Bundesregierung beschlossen, bestimmte Industriebetriebe wie beispielsweise Stahlhütten von Netzentgelten zu befreien, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die dadurch der Bundesnetzagentur entgangenen Erlöse wiederum will die Regierung über die Umlage sozialisieren – zulasten von Mittelstand und Privatkunden, wie die Mehrzahl der Stadtwerke in Deutschland kritisiert. Von der Sonderumlage profitieren auch Firmen im Landkreis.
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