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Brief nach Berlin: Drei Landräte fordern neue Umgehungen an der B 252

Daran führt kein Weg vorbei

Waldeck-Frankenberg (jk). Mehr Durchfluss auf der Hauptverkehrsader: Die Landräte in Korbach, Marburg und Meschede üben sich länderübergreifend im Schulterschluss für neue Umgehungsstraßen entlang der B 252.

Mitten in Deutschland sind Autobahnkilometer Mangelware. Für Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und den Hochsauerlandkreis hat ein Ausbau der B 252 mit weiteren Umgehungsstraßen deshalb höchste Priorität.

© Archiv

In einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer fordern die hessischen Landkreise Waldeck-Frankenberg, Marburg-Biedenkopf und der westfälische Hochsauerlandkreis „positive Signale“. Darin sind sich Landrat Dr. Reinhard Kubat (SPD), Robert Fischbach (CDU) und Dr. Karl Schneider (CDU) einig. Sie zielen insbesondere auf weitere Umgehungsstraßen an der Bundesstraße 252 ab. Die B 252 sei eine der wichtigsten Verkehrsadern und somit von vitaler Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung aller drei Landkreise. „Der Anteil des produzierenden Gewerbes in der Region liegt bei über 40 Prozent. Das bedeutet, dass hier ein hoher Austausch von Rohmaterial und Endprodukten stattfindet, der über leistungsfähige Verkehrswege abgewickelt werden muss.“ Dies  unterstreichen Kubat (Waldeck-Frankenberg), Fischbach (Marburg-Biedenkopf) und Schneider (Hochsauerlandkreis) in ihrem gemeinsamen Vorstoß ans Ministerium in Berlin.

Hintergrund ist ein Entwurf des neuen „Investitionsrahmenplans“ für Bundesfernstraßen bis 2015. Hier geht es um die Finanzierung von Autobahnen und Bundesstraßen. Auf der Vorrangliste („prioritäre Vorhaben“) steht entlang der B 252 in Waldeck-Frankenberg bislang jedoch einzig die Ortsumgehung Dorfitter (wir berichteten). Dagegen sind die ebenso geplanten Umgehungen in Münchhausen, Wetter und Lahntal zwischen Frankenberg und Marburg nicht auf der Prioritätenliste. Somit stünden die Chancen für einen Baubeginn in den nächsten drei Jahren schlecht.

Nach Klagen von Speditionen, Debatten um Lärmschutz, Mautflüchtlinge und Nachtfahrverbote sowie massiven Bürgerprotesten 2010 versprachen Landes- und Bundespolitiker baldige Besserung. Neue Ortsumgehungen sollten folgen.
Am runden Tisch einigten sich derweil Vertreter der hessischen Landesregierung, der Landkreise und der heimischen Wirtschaft auf vorübergehende Kompromisse. Verstärkte Polizeikontrollen und immer mehr Blitzgeräte waren die Folge. Zudem gilt seit Sommer 2011 südlich der Kreisgrenze von Münchhausen bis Marburg ein nächtliches Tempo-30-Limit. Viele Autofahrer empfinden das als pure Beutelschneiderei.

Doch das alles war vor allem als Übergangslösung gedacht. Deshalb  ist die Enttäuschung in den Landkreisen nunmehr groß. Denn Anwohner wie Autofahrer hegten die Hoffnung, dass alsbald die Bagger für neue Ortsumgehungen anrücken. Die drei Landräte reden im offenen Brief an den Bundesverkehrsminister daher Tacheles: „Auf vollkommenes Unverständnis stößt bei uns allerdings die Tatsache, dass die seit fast 40 Jahren geplante Umgehung der Gemeinden Münchhausen, Wetter und Lahntal  im Landkreis Marburg-Biedenkopf lediglich in die nachgeordnete Rubrik ,weitere wichtige Vorhaben‘ eingruppiert wird.“ Denn just diese Abschnitte hätten auf der Nord-Süd-Route die „allerhöchste Priorität“.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 20. Januar


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