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Innenminister hat sich für Aufenthaltsgenehmigung ausgesprochen

Baskim Celic darf bleiben

Die Zitterpartie hat ein Ende: Baskim Celic darf bleiben und seine Familie nach Korbach zurückkehren. Der hessische Innenminister Boris Rhein (CDU) hat am Freitag einem Aufenthaltstitel zugestimmt.

Ein Team. Pfarrer Markus Heßler, Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Dorothea und Rufus Böhringer, Baskim Celic, Kevin Black und Reinhard Grenz.

© Lutz Benseler

Korbach.  Die dramatische Abschiebeaktion im Februar hatte eine Protestwelle im Landkreis ausgelöst: In seiner Verzweiflung war der Familienvater vom Balkon im zweiten Stock gesprungen und hatte sich dabei schwer verletzt. Trotzdem wurden seine Frau und seine beiden Kinder in den Kosovo abgeschoben. Baskim Celic blieb zunächst in Abschiebehaft, wurde dann von den Behörden in Deutschland geduldet.

Nach der gestrigen Entscheidung kann der 30-Jährige nicht nur selbst in den Kosovo (und zurück) reisen, um nach einem halben Jahr seine Familie wiederzusehen, auch seiner Frau und den beiden Kindern kann ein Aufenthaltsrecht in Deutschland gewährt werden. Rhein wies gestern die Ausländerbehörde des Landkreises Wal­deck-Frankenberg an, die Aufenthaltserlaubnis auszustellen.

Celic werde die Papiere am Montagmorgen erhalten, teilte der Unterstützerkreis für Celic mit, der sich in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Aktionen für den in Korbach lebenden Mann eingesetzt hatte. In ihm sind die Kirchen aus dem ökumenischen Arbeitskreis und die christliche Hilfsorganisation Ora International vertreten. „Für uns ist diese Entscheidung ein Geschenk“, sagte Pfarrer Markus Heßler.

Voraussichtlich am Mittwoch wird Celic nach Pristina fliegen und seine Familie wieder nach Deutschland holen. „Es bestehen gute Chancen, dass die Kinder zum neue Schuljahr wieder in der Berliner Schule in Korbach sind“, sagte Rufus Böhringer, Flüchtlingsberater im Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg.

Baskim Celic wird, nachdem seine Verletzungen mittlerweile ausgeheilt sind, seine Arbeitsstelle bei der Korbacher Firma Wilke Dienstleistungen wieder aufnehmen können. „Mir geht es jetzt viel besser. Ich danke allen, die mir geholfen haben“, sagte Celic. Er wisse gar nicht, was er tun könne, um sich für das Engagement zu revanchieren.

Die Entscheidung hatte sich über Monate hingezogen: Nachdem der Petitionsausschuss des Landtages die Frage nach einem möglichen Aufenthaltstitel im März an die Härtefallkommission abgegeben hatte, sprachen sich die Vertreter des Gremiums, die aus Politik, Kirche und Verbänden entsandt werden, am 1. Juni für einen Aufenthaltstitel aus. Die letzte Entscheidung fällte nun – sieben Wochen später – das hessische Innenministerium. Für Familie Celic hat die Abschiebung allerdings noch ein finanzielles Nachspiel: Die Behörden würden ihr nach der Wiedereinreise die Kosten in Rechnung stellen, erklärte Böhringer. Die Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks Wal­deck-Frankenberg bittet daher die Bevölkerung um Spenden.

Spendenkonto der Flüchtlingsberatung des Diakonischen Werks: Kirchenkreisamt, Konto-Nr. 1100106 bei der EKK Kassel, Bankleitzahl 520 604 10, Stichwort „DW, Flüchtlingsberatung“ (bitte unbedingt angeben).


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