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Waldeck-Frankenberg; 4147 Männer und Frauen im Dezember ohne Job

Arbeitslosigkeit steigt leicht

Waldeck-Frankenberg (resa). Jeden Winter steigt die Arbeitslosenquote – vor allem weil Zeitverträge auslaufen. Auch in Wal­deck-Frankenberg waren im Dezember 341 Menschen mehr arbeitslos als im Vormonat. Agenturchef Uwe Kemper sieht trotzdem optimistisch in das neue Jahr.

Der Dezember bremst die Erholung des Arbeitsmarktes aus: „Weil die meisten Zeitverträge im Dezember enden und Ausbildungsabbrecher hinzukommen, steigen die Zahlen zum Ende des Jahres immer“, erklärt Uwe Kemper, Leiter der Agentur für Arbeit in Korbach. 4147 Arbeitslose leben in Waldeck-Frankenberg, 341 mehr als noch im November 2011. Während die Zahl von Menschen in Arbeitsmaßnahmen zurückgeht und auch die Zahl der über 50-jährigen Arbeitslosen recht stabil bleibt, steigt im Dezember vor allem die Zahl der jungen Arbeitslosen. 22,7 Prozent mehr 15- bis 25-Jährige sind ohne Arbeit, 32,3 Prozent mehr 15- bis 20-Jährige. „Wir können es uns nicht leisten, junge Menschen ohne Perspektive zurückzulassen“, sagt Kemper. Das gilt auch für die 200 Jugendlichen im Kreis, die trotz abgeschlossener Berufsausbildung keinen Arbeitsplatz haben.

„Auf der anderen Seite haben wir aktuell eine hohe Fachkräftenachfrage der regionalen Wirtschaft“, sagt Kemper. Diese Vakanzen zu besetzen, sei die Herausforderung der nächsten Monate. Schüler sollen vor Ausbildungsbeginn noch intensiver beraten werden. Schließlich haben sie die Wahl zwischen 438 anerkannten Ausbildungsberufen plus Studium und dualem Studium. Ältere Arbeitnehmer sollen nachqualifiziert werden. „Wir müssen die Menschen an die Idee heranführen, sich wieder mit dem Lernen auseinanderzusetzen“, sagt Kemper. Das brauche Geduld und Zeit.

Insgesamt 731 offene Stellen gibt es im Landkreis – der höchste Dezemberwert seit 13 Jahren. „43 Prozent der Stellenangebote gibt es im Raum Frankenberg, nur 13 Prozent in Bad Arolsen“, erklärt Kemper. Deswegen müsse die Mobilität der Arbeitslosen stärker in den Fokus rücken. „Wir helfen bei der Finanzierung von Führerschein und Fahrzeug“, sagt Kemper. Denn wer nicht mobil sei, habe große Probleme bei der Suche nach Arbeit. „Anfangs ist auch eine Unterstützung bei den Fahrtkosten möglich“, ergänzt Otto Richter vom Jobcenter. 2529 Arbeitslose wurden im Dezember vom Jobcenter betreut (Hartz IV), das sind 171 Menschen mehr als noch im November, aber 193 Arbeitslose weniger als im Dezember 2010.

In die nächsten sechs Monate blickt Agenturchef Kemper optimistisch: „Wir haben einen robusten Arbeitsmarkt und rechnen mit einer positiven Entwicklung.“


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