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Battenberg/Hatzfeld

Keine Angst vor Hochwasser

Battenberg/Hatzfeld. Der Wasserstand der Eder steigt. Die Experten des Kasseler Regierungspräsidiums rechnen aber nicht mit einem starken Hochwasser.
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Bei Rennertehausen war die Eder gestern bereits weit über die Ufer getreten – dieser Garten neben der Eder war überflutet.

Auf 197 Zentimeter war der Wasserstand der Eder am Freitagnachmittag gestiegen. Noch vor einer Woche lag dieser Wert bei nur 70 Zentimetern. Ab 220 Zentimetern gilt die Hochwasser-Warnstufe 1. Der bislang gemessene Spitzenwert beträgt 331 Zentimeter und wurde am 28. Oktober 1998 gemessen.

Ob der Pegel weiter ansteigt, hängt vom Wetter ab. Weil die Böden derzeit kein weiteres Wasser aufnehmen können, fließt Regen praktisch direkt in Bäche und Flüsse. Durch die einsetzende Schneeschmelze sei die Lage zwar angespannt, sagte Michael Conrad, Pressesprecher des Kasseler Regierungspräsidiums, auf FZ-Anfrage. Derzeit würden aber die Pegelstände stagnieren.

Die Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken hätten noch ausreichende Kapazitäten, um weiteres Tauwasser aufzunehmen, erklärte Bernd Lehmann von der Hochwasserwarnzentrale beim Regierungspräsidium in Kassel.

„Die Edertalsperre hat momentan noch gut 60 Millionen Kubikmeter freie Kapazitäten, um weiteres Tau- und Niederschlagswasser aufzunehmen.“ Derzeit sei der Edersee mit 140 Millionen Kubikmetern Wasser bereits gut gefüllt. Am morgigen Sonntag laufe der See voraussichtlich voll, berichtete Michael Conrad.

Für Sonntag rechnen Meteorologen mit weiteren ausgiebigen Regenfällen. Deshalb wurde gestern Abend die Abgabemenge aus der Edertalsperre von 17 auf 44 Kubikmeter erhöht. „Das wird aber zu keinem wesentlichen Anstieg des Wasserstandes des Unterlaufs der Eder führen“, sagte der Hochwasserfachmann. „Letztlich hängt alles vom Wetter ab“, sagte Michael Conrad.

Im oberen Edertal sind die Kommunen vorbereitet. „Wir haben die Sandsäcke überprüft und warten jetzt ab“, sagte der Hatzfelder Bürgermeister Uwe Ermisch. „Die Feuerwehren wissen Bescheid.“ Noch ist die Lage aber entspannt. Besonders in Hatzfeld mache sich die Renaturierung der Eder bemerkbar: Durch das Ausbaggern neuer Flussarme hat das Wasser mehr Platz. In Holzhausen ist der Feldweg zur Kläranlage überflutet. Dort war 2004 ein Geländewagenfahrer stecken geblieben, er musste vom Hubschrauber aus gerettet werden.

Auch in Battenberg sieht man den Ederpegel noch gelassen: „Hochwasser ist für uns ja nichts Neues“, sagte Battenberg Bürgermeister Heinfried Horsel. Bei steigendem Wasserstand sei die Dodenauer Mehrzweckhalle ein Gefahrenpunkt, weil sie in direkter Nähe zur Eder steht. Dort würden Sandsäcke gelagert, mit denen beim Eintreten der zweiten Warnstufe die Halle vor dem Wasser geschützt werde. Bei Battenberg sei vor allem das Gebiet bei der früheren Firma Johannsen im Hochwasserfall betroffen.

Aktuelle Pegelwerte der Flüsse können über die Internetseiten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie unter http://www.hlug.de/me­­
dien/wasser/hochwasser abgerufen werden.


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