Frank Schütz und Erich Wetzlar mit einer ausgestopften Wildkatze. Das Tier war vor eineinhalb Jahren auf der Straße zwischen Frankenberg und Somplar überfahren worden. Eine Untersuchung des BUND soll zeigen, wie viele Wildkatzen im oberen Edertal leben und wie ihre genetische Herkunft ist.
In 16 Waldgebieten deutschlandweit hat der BUND sogenannte „Rasterflächen für Lockstockuntersuchungen“ ausgewiesen. Eines der je 225 Quadratkilometer großen Gebiete erstreckt sich auf dem Rand des Rothaargebirges im oberen Edertal und streift das Wittgensteiner Land und den Kreis Marburg-Biedenkopf. Der größte Teil befindet sich im oberen Edertal. Diese 15 mal 15 Kilometer großen Areale werden nochmals in 25 kleine Quadrate aufgeteilt. Frank Schütz vom Waldeck-Frankenberger BUND-Kreisverband legt gemeinsam mit einigen Helfern in jedem dieser Quadrate zwei Lockstäbe aus: Holzpflöcke werden mit Baldrian eingesprüht und in die Erde gesteckt.
Der Duft zieht die Katzen an. Sie reiben sich daran und hinterlassen Haare, die wiederum von den Naturschützern eingesammelt und ins Senckenberg-Institut nach Frankfurt geschickt werden. Dort werden Haare von Hauskatzen aussortiert, denn auch die finden Gefallen an den duftenden Lockstöcken. Das Institut kann die Tiere anhand der Haare unterscheiden.
Die Forscher bestimmen mit einer Genanalyse auch das Geschlecht und nehmen den „genetischen Fingerabdruck“. Damit könne beispielsweise ermittelt werden, ob eine Wildkatze aus dem oberen Edertal einer heimischen Population entstammt oder zugewandert ist, beispielsweise aus dem Taunus. „Daraus wiederum können Rückschlüsse gezogen werden, ob Wanderkorridore bestehen“, erklärt Frank Schütz. Umfangreichere Bewegungsprofile seien allerdings nur mithilfe von Peilsendern möglich.
Bis zu 2000 Hektar umfasst der Lebensraum einer Wildkatze. Alle sieben bis zehn Tage untersuchen die BUND-Mitglieder die Stäbe aufs Neue. Frank Schütz hat schon zwischen 2007 und 2011 zahlreiche Wildkatzen in der Region nachgewiesen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Armin Bürgel hatte sich ebenfalls daran beteiligt. Auch nahe Biedenkopf, im Kellerwald und im Burgwald haben Naturschützer mehrere Hinweise auf Wildkatzen gefunden.
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