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BUND: Planung für Silbersee und Linspherbach in Bromskirchen:überarbeiten

Deutschendorf will Kompromiss finden

Bromskirchen (sg). Sanierung des Silbersees? Ja, sagen drei Naturschutzverbände – aber nicht wie derzeit geplant.
 

Naturschützer beim Studieren der Planungen für den Bromskirchener Silbersee: die stellvertretende BUND-Kreisvorsitzende Anke Schütz, Bernd Dirks, BUND-Sprecher Frank Schütz, Heinz Riehl und Heinrich Binzer vom Fischereiverband.

© Schilling

Schlangenförmig windet sich der Linspherbach durch die Landschaft und strömt am Silbersee vorbei – Heinrich Binzer vom Fischereiverband gerät bei diesem Anblick ins Schwärmen: Das sei ein Bachlauf, wie er sein solle, urteilt er mit Kennerblick und zählt aus dem Stand ökologische Vorzüge auf. Nicht verstehen wollen sein Verband, der NABU-Kreisverband und der BUND-Kreisverband, dass die Gemeinde ausgerechnet diesen Abschnitt der Linspher renaturieren und für die Sanierung des Silbersees umgestalten will.

Für den BUND-Kreisverband sei nicht akzeptabel, dass der Kreis diese Planungen genehmigt habe, erklärt Frank Schütz aus Somplar – wie berichtet, hat sein Verband vorige Woche beim Kasseler Verwaltungsgericht Klage gegen den Bescheid aus dem Korbacher Kreishaus eingereicht. „Der BUND will verhindern, dass unnötig wertvolle und geschützte Grünlandflächen und Brutbiotope des Eisvogels zerstört werden“, sagt Schütz gestern vor Ort bei einem
Pressetermin mit Vertretern der drei Naturschutzverbände.

In einem Punkt herrscht bei allen Beteiligten Einigkeit: Der vor 30 Jahren für den Tourismus angelegte Silbersee muss dringend saniert werden: Die Wasserqualität ist so schlecht, dass er in heißen Sommern wegen des Algenbewuchses schon „umzukippen“ drohte. Auch das Konzept des Planers findet durchaus  Anklang: Am Südufer soll der See abgeflacht werden, die unzureichenden Zu- und Abflüsse werden erneuert.Die Naturschutzverbände begrüßten die Sanierung, die mit einer ökologischen Aufwertung des Sees verbunden seien, betont Frank Schütz. Werde die Gewässeroberfläche verkleinert, verdunste auch weniger Wasser. „Die neue Flachwasserzone mit Schilf ist zweckmäßig“, erklärt auch Heinrich Binzer. Unterschiedliche Auffassungen zwischen Planer, Gemeinde und Kreis auf der einen und Naturschützer auf der anderen Seite bestehen jedoch wegen der Renaturierung der Linspher. Auch scheint nicht ganz klar zu sein, wo genau die Grenzen des Naturschutzgebietes verlaufen.

Nach den Planungen sollen sogenannte Abbrüche an einzelnen Stellen abgeflacht werden, damit bestimmte Tiere das Ufer erklimmen können. „Es gibt Wanderhindernisse“, erklärt, der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf auf Nachfrage der FZ – er ist zuständiger Dezernent des Fachdienstes für Wasser und Bodenschutz, das den strittigen Bescheid ausgestellt hat. Für Schütz ist es eine Frage der Abwägung: Werde das Ufer abgeflacht, nütze das vielleicht Amphibien, auf der anderen Seite verliere etwa der seltene Eisvogel Brutmöglichkeiten: „Der eine Lebensraumtyp würde profitieren, der andere zerstört.“  Für ihn ist daher klar: Bevor es solche Eingriffe geben dürfe, müssten erst Flora und Fauna kartiert und dann in einer Bilanzierung Vor- und Nachteile abgewogen werden, das schreibe auch das Gesetz vor. Da es diese Untersuchungen nicht gebe, sei der Bescheid des Kreises rechtswidrig. Ihm sei jedoch lieber, auf den Eingriff in diesem Abschnitt ganz zu verzichten und dafür andere Stellen der Linspher zu renaturieren, an denen wirklich Bedarf herrsche.

Mehr lesen Sie in der  FZ vom  Mittwoch, 25. Januar


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