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„Herkules“-Geschäftsführer Kramm hätte Verbrauchermarkt lieber neben Bau- und Gartenmarkt eröffnet

„Herkules" und „Technik-Partner" ziehen in „Frankenberger Tor“ ein

Die Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft und der niederländische Investor Ten-Brinke haben sich auf zwei Mietverträge für die Galerie „Frankenberger Tor“ verständigt. Der Umzug des „Herkules“-Verbrauchermarktes und des „Technik-Partner“ von „Herkules“ soll vermutlich im Herbst 2013 erfolgen.
Die Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft in Melsungen hat sich entschieden: Der „Herkules“-Verbrauchermarkt soll wie geplant „Ankermieter“ im „Frankenberger Tor“ werden. Außerdem soll in der Galerie der „Technik-Partner“ einziehen. Foto: Rouven Raatz

Die Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft in Melsungen hat sich entschieden: Der „Herkules“-Verbrauchermarkt soll wie geplant „Ankermieter“ im „Frankenberger Tor“ werden. Außerdem soll in der Galerie der „Technik-Partner“ einziehen.

© Rouven Raatz

Frankenberg. Der Geschäftsführer von Rheika-Delta in Melsungen, Florian Kramm, bestätigte auf WLZ-FZ-Frage den Verhandlungsabschluss mit dem niederländischen Investor. Zugleich korrigierte er eine Aussage von Bürgermeister Rüdiger Heß, der am Donnerstag, kurz nachdem er von Kramm auf den aktuellen Stand gebracht worden war, in Frankenberg verkündete, „Herkules“ werde mit dem Verbrauchermarkt und dem „Sport-Treff“ in das „Frankenberger Tor“ umsiedeln.

„Es ist seit Langem entschieden, dass eine Verlagerung des ,Sport-Treff‘ für uns aktuell kein Thema ist.“ Erst kürzlich sei der Mietvertrag verlängert worden. „Jetzt, wo das Hickhack beendet ist, werden wir in aller Ruhe überlegen, ob wir den ,Sport-Treff‘ dauerhaft dort belassen“, auch wenn die An- und Abfahrt schwierig sei. Eine denkbare Alternative sei, mit dem „Sport-Treff“ in das Gebäude des Getränkemarkts „Auf den Weiden“ zu ziehen. Doch bislang lägen keine belastbaren Zahlen vor. „Wir überstürzen nichts.“

„Projekt nur verschleppen“

Mit dem Umzug des „Herkules“-Verbrauchermarktes von der Röddenauer Straße in die Siegener Straße und dem Standortwechsel des momentan in der Straße „Auf den Weiden“ beheimateten „Technik-Partner“ rechnet Kramm im Herbst 2013. Diese Perspektive sei ihm jedenfalls signalisiert worden. Keine große Bedeutung misst der Geschäftsführer den Gerüchten bei, gegen die Bauleitplanung solle geklagt werden. „Mir ist auch zu Ohren gekommen, dass es innerhalb der Frankenberger Kaufmannschaft jemanden gibt, der ein Normen-Kontrollverfahren anstreben möchte.“ Dabei solle ein Gericht prüfen, ob die „Verabschiedung des Bebauungsplans rechtmäßig ist“. Mit solchen Verfahren hätte Rheika-Delta Erfahrung, „das gibt es immer mal wieder“. Er glaube aber nicht, dass dieser Gang vor ein Gericht „wirklich erfolgreich sein wird“. Alle Verfahren, die er bisher erlebt habe, „sind wenig zielführend und nicht mehr als ein Versuch gewesen, das Projekt zu verschleppen“.

Es liege nun an Investor Ten-Brinke zu entscheiden, „ob er schon zu bauen beginnt - wovon ich ausgehe“, sagte Kramm. „Selbst auf die theoretische Gefahr hin, dass er nach einem Urteil einen Teil zurückbauen muss.“ Denkbar wäre aber auch, dass der Investor abwartet. Doch der in Aussicht gestellte Eröffnungstermin im Herbst 2013 dürfte in diesem Fall nicht mehr zu halten sein. Der Projektleiter von Ten-Brinke, Jens Greguhn, wollte sich gestern nicht äußern. „Wir geben keine Kommentare mehr ab.“

Kramm ist unterdessen froh, dass bei allen Unsicherheiten zumindest die Perspektive von „Herkules“ geklärt ist - auch wenn die Rheika-Delta Warenhandelsgesellschaft lieber eine andere Variante verfolgt hätte. „Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir Frankenberg für unseren „Herkules“-Verbrauchermarkt als einen attraktiven Standort ansehen. Wir sind etabliert und erfahren von unseren Kunden hohen Zuspruch: im Verbrauchermarkt, im Bau- und Gartenmarkt und in den anderen Märkten.“ Inklusive des „Sport-Treff“ sowie des Getränkemarktes und des „Technik-Partner“ beschäftigt das Unternehmen 136 Mitarbeiter in Frankenberg. Die gesamte Gruppe sei davon überzeugt, dass durch die jüngste Entscheidung in „Erhalt und sogar in den Ausbau der Arbeitsplätze investiert“ werde. Im „Frankenberger Tor“ will „Herkules“ eine Fläche von rund 4500 Quadratmeter belegen - fast doppelt so viel wie bisher. Auch die Verkaufsfläche des „Technik-Partner“ soll mit dem Umzug wachsen.

Eigenen Neubau geprüft

Expansionspläne liegen in Melsungen seit vielen Jahren in der Schublade. „Wir haben in Frankenberg einen nicht unerheblichen Investitionsbedarf“, erläuterte Kramm. Doch die Möglichkeiten, am bestehenden Standorten einen „zeitgemäßen Verbrauchermarkt zu errichten, sind sehr, sehr eingeschränkt“. Deshalb habe Rheika-Delta nach Alternativen geschaut. Als Bürgermeister Christian Engelhardt dann mit den Plänen einer „Eder-Galerie“ um die Ecke kam, „haben wir die Perspektive geprüft und gesagt: O.k., diesen Weg gehen wir mit.“ Der Geschäftsführer stellte im WLZ-FZ-Gespräch allerdings klar: „Ein reiner SB-Warenhaus-Standort wäre uns viel lieber gewesen.“ Die Konsequenz sei dann der Entschluss gewesen: „Wenn wir den Ideal-Ansatz nicht verwirklichen können, dann wollen wir wenigstens in der Galerie einen wirklich attraktiven, zeitgemäßen und modernen ,Herkules‘-Markt errichten und damit für unsere Kunden eine attraktive Einkaufsstätte schaffen.“

So weit die Pläne Anfang des Jahres: „Doch dann hat Frankenberg ja einen neuen Bürgermeister bekommen.“ Lange Zeit habe er mit Rüdiger Heß, „der dem Projekt wenig wohlgesonnen ist, nicht darüber reden können“. Vor allem in den vergangenen Wochen sei das Thema ja „noch mal extremst hochgekocht worden“, erinnerte Kramm. Diese Diskussionen hätten sie zum Anlass genommen, „noch mal in uns zu gehen“. Da es so schien, als habe der Bürgermeister auch noch Rückhalt, seien intensive Überlegungen angestellt worden: „Wollen wir wirklich Geld in die Hand nehmen, wenn wir nicht gewollt und gewünscht sind?“

Sind wir nicht gewünscht?

Mit der Erkenntnis, dass der Bürgermeister einen anderen Ansatz verfolge, habe Rheika-Delta die Ursprungsvariante erneut geprüft: einen Neubau eines „Herkules“-Verbrauchermarktes auf dem Grundstück neben dem Bau- und Gartenmarkt - denn das ist in Besitz von Rheika-Delta. „Aber auch dieses Thema war ja durch die Bebauungsplanänderung vom Tisch.“ Insofern hätten sich dann doch wieder nur die zwei bekannten Alternativen geboten: „Entweder wir bleiben am heutigen Standort mit all den Einschränkungen, die wir haben. Und mit dem Wissen, dass wir einen solchen Markt unseren Kunden nicht mehr lange anbieten können.“ Und auch den Mitarbeitern gegenüber sei diese Entscheidung nicht zu vertreten gewesen. „Was die dort unter den Bedingungen leisten, ist ein logistisches Meisterwerk.“ Es sei kaum möglich, die Regale so voll wie erforderlich zu halten. „Da wir das nicht hinnehmen können, hatten wir keine andere Möglichkeit, als uns für das ,Frankenberger Tor‘ zu entscheiden.“

In einem Gespräch mit Heß sei dann eine Annäherung erzielt worden. „Er hat uns deutlich gemacht, dass er nichts gegen den ,Herkules‘-Markt hat, sondern im Gegenteil, dass er begrüßt, dass wir eine schönere Einkaufsstätte werden wollen.“ Die im „Frankenberger Tor“ geplanten Textil-, Schuh- und sonstigen innenstadtrelevanten Angebote „seien ihm vielmehr ein Dorn im Auge“.

Mit der Eröffnung des neuen Verbrauchermarktes werde „Herkules“ in Frankenberg einen riesigen Schritt nach vorne machen“, verkündete der Geschäftsführer. „Die Märkte, die wir zuletzt ans Netz genommen haben, hatten eine ganz andere Anmutung und Qualität.“


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