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Kirchengemeinde stellt die 13 historischen Scheiben der Liebfrauenkirche aus

Glaskunst aus dem Mittelalter zu sehen

Frankenberg (r). Die ausgebauten mittelalterlichen Glasfenster werden am Sonntag, 29. Januar, der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Büro Berghöfer hat in dieser digitalen Fotomontage die künftige Präsentation der 13 mittelalterlichen Scheiben im Chor dargestellt.

© pr

Wie Königinnen mit goldenen Kronen und prächtigen, langen Gewändern blicken die beiden Frauenfiguren  mit Spruchbändern in den Händen auf die Gläubigen hinab – es sind Sybillen, antike Seherinnen, die der Überlieferung nach die Ankunft des Messias vorhergesagt haben. Sie sind zwei Bildmotive auf den bunten Glasfenstern, die noch von der prachtvollen Ausstattung der Liebfrauenkirche im ausgehenden Mittelalter zeugen.

Diese mehr als 500 Jahre alten Gläser sind kunsthistorisch kostbar, denn sie geben einen Eindruck davon, wie die Kirche einst gewirkt haben muss, wenn Sonnenstrahlen durch das bunte Glas der riesigen Maßwerkfenster in das gotische Gotteshaus fielen und es in ein Farbenmeer tauchten. Wie ein Comic erzählten die figürlichen Bilder den Kirchenbesuchern biblische Geschichten.

Zwölf Scheiben erhalten

Doch nur zwölf dieser einst wohl komplett bunten Felder sind noch vorhanden, andere wurden durch den großen Stadtbrand 1476, durch Kriegseinwirkung und Orkane zerstört. Um die zwölf Scheiben der Nachwelt zu erhalten, werden sie restauriert – und das gibt Kunstfreunden die einmalige Gelegenheit, sie aus der Nähe zu betrachten: Der Kirchenvorstand will sie am nächsten Sonntag, 29. Januar, von 14.30 bis 17.30 Uhr der Öffentlichkeit im Gemeindehaus des Ederdorfes am  Wolfspfad vorstellen.

Diese Präsentation wird vorbereitet und verantwortet von der Glasrestauratorin Ronja Lammers aus Marsberg, die auch an den aufwendigen Glas-Restaurierungsarbeiten in der Hainaer Klosterkirche maßgeblich beteiligt war. Die haben sich über Jahre  hingezogen.
Wie berichtet, wird seit dem vorigen Jahr der Chor der Liebfrauenkirche saniert. Neben der Fassade wird das Maßwerk ausgebessert, also der kunstvoll verzierte steinerne Rahmen der Fenster. Dazu müssen Zug um Zug die Glasscheiben ausgebaut werden, eben auch die zwölf mittelalterlichen. Nur: Wenn sie schon draußen sind, sollte auch die Gelegenheit genutzt werden, sie zu restaurieren, befanden die Gemeinde, die Denkmalpflege und das Münchhäuser Planungsbüro Berghöfer.

Schmutz entfernen

Die Gläser sind im Laufe der Jahre durch Sauerstoffeinwirkung dunkler geworden, außerdem haben  sie Schmutz angesetzt. Der muss vorsichtig entfernt werden, damit die Farben wieder leuchten. Besonders empfindlich ist die Grisaille, eine feine Malerei in Grau, Weiß und Schwarz, die den Glasbildern Konturen und Details verleiht. Sie droht vielfach durch Abplatzen verloren zu gehen,  was zum Beispiel in Haina ein Problem war. Deshalb muss sie konserviert werden.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe, 23. Januar, der Frankenberger Zeitung.


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