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Frankenberg

Betrüger setzen auf schlechtes Gewissen der Nutzer

Frankenberg (sik). Eine neue Welle großflächigen Internetbetrugs hat das Frankenberger Land erreicht.Angebliche Anwälte beschuldigen Internetnutzer, illegal Pornos oder Musik heruntergeladen zu haben, und fordern 100 Euro.
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Mit diesem Schreiben fordern angebliche Anwälte Internetnutzer dazu auf, 100 Euro zu bezahlen.

© Johannes Fuhr

Betrüger haben scheinbar an zahlreiche Internetbenutzer Mails verschickt, in denen sie die Empfänger der Urheberrechtsverletzung bezichtigen. Die Internetnutzer werden beschuldigt, illegal pornografisches Material oder Musik aus einem Netzwerk heruntergeladen zu haben.Die Betrüger fordern die Empfänger in ihrem Schreiben dazu auf, 100 Euro mit einer Wertkarte für das Online-Shopping, „Paysafecard“ genannt, zu bezahlen. Damit eine angebliche Klage fallen gelassen werde, solle der Betroffene in einer E-Mail den Code für diese Wertkarte übermitteln.

Experten raten dringend dazu, bei Erhalt eines derartigen Schreibens auf keinen Fall zu zahlen. Stattdessen sei es ratsam, die Kriminalpolizei oder die zuständige Polizeidienststelle zu kontaktieren.„Allein der Betrag von 100 Euro ist schon sehr verdächtig“, erklärte Dieter Schroeder von der Kriminalpolizei in Korbach auf WLZ-FZ-Nachfrage. Bei tatsächlichen Urheberrechtsverletzungen im Internet sei die geforderte Summe in der Regel viel höher, oft sogar vierstellig.“ Schroeder erklärte, dass mit 100 Euro noch nicht einmal die Kosten für einen seriös arbeitenden Anwalt gedeckt wären.

Die betrügerische E-Mail soll Seriosität vortäuschen, offenbart aber bei genauerer Betrachtung Rechtschreibfehler und deutliche inhaltliche Unstimmigkeiten. Die Gauner geben sich beispielsweise als eine nicht mehr existierende Anwaltskanzlei „KUW-Rechtsanwälte“ mit Sitz in Regensburg aus.Auch die Übermittlung eines „Paycard-Codes“ ist bei Juristen nicht üblich. Laut Internetportal der Wiener Zeitung „Kurier“ hat die Welle des Betrugs auch in Österreich zugeschlagen und dort einige Internetnutzer getroffen. „Es deutet aber wohl einiges darauf hin, dass die Spur der Täter nach Polen führt“, sagte Dieter Schroeder.

Die Internetbetrüger setzen mit ihrer Taktik auf Panik und schlechtes Gewissen. Es gebe voraussichtlich einige E-MailEmpfänger, die den geforderten Betrag aus Angst überweisen, erklärte Kriminaloberkommissar Schroeder, der bei der Korbacher Kripo für die Aufklärung von Betrugsfällen zuständig ist: „Selbst wenn nur eine kleine Minderheit der Betroffenen den geringen Preis bezahlt, rentiert sich das für die Täter.“


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