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Burgwald: Jugendliche ziehen als Heilsbringer durch Birkenbringhausen

Der „Schütte“ tanzt durch die Straßen

Burgwald-Birkenbringhausen (mwi). Lautes Rufen, Glockengeläut und eine seltsam aussehende Gestalt aus Stroh – die Tradition des Schütteglowes wird in Birken­bringhausen von der Jugend gepflegt.

Ortsvorsteher Mario Tschirner, Jan-Niklas Paul, Timo Eitzenhöfer, Philipp Naumann, Jonas Möller, Tobias Holzapfel, Timo Kassubek (der auch eingewickelt wurde), Thorben Dietrich und Jannik Küthe (von links) haben die Strohwürste gewickelt, die um den „Schütte­glowes“ gebunden wurden. Timo Kassubek spielte in diesem Jahr das Böse.

© Michael Wickenhöfer

 „Wir haben das Unheil besiegt, in Ketten gelegt und stellen es allen zur Schau. Ihr könnt jetzt beruhigt ins neue Jahr starten.“ So könnte man den Hintergrund zur Tradition des Schütteglowes in Birkenbringhausen in wenigen Worten zusammen­fassen. Seit Jahrhunderten ziehen die jungen Dorfbewohner am Silvesterabend durch die Straßen von Birkenbringhausen und klingeln an jeder Haustür, um ihre gute Nachricht zu übermitteln. Dafür erhalten sie eine kleine Spende von den dankbaren Einwohnern.

Viele Dorfbewohner warteten auch bei diesem Jahreswechsel darauf, dass der „Schütte“, wie der in Stroh eingewickelte Jugendliche abgekürzt genannt wird, mit Einbruch der Dunkelheit vor ihrer Haustür stand. Die Bürger forderten das Böse dann heraus: Wünsche wie „Schütte tanz!“ musste der Strohmann erfüllen und immer wieder laut brüllen. Zwischendurch versuchte der junge Strohmann immer wieder zu entkommen – was ihm dank der vielen Jugendlichen, die ihn begleiteten, nicht gelang.

Zudem fehlt dem Jugendlichen im Stroh oftmals die Kraft zu einer echten Flucht, denn die vielen aus Stroh gewickelten Würste, die um den Körper geschlungen sind, sind viele Kilogramm schwer, berichtet Ortsvorsteher Mario Tschirner. Er leitet  seit vielen Jahren das Wickeln hauptverantwortlich. Denn einige Erfahrung braucht man schon, um die richtige Technik zu beherrschen, mit der das Stroh auch nach dem rund drei Kilometer langen Marsch durch alle Dorfstraßen noch fest am Körper hängt. 

Mehr lesen Sie in der  FZ vom  Dienstag, 3. Januar


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