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Diemelstadt: Leicht ätzende Chemikalie tropfte aus Lkw

Nächtlicher Gefahrguteinsatz am SVG-Hof

Mit Chemikalienschutzanzügen mussten die Feuerwehren aus Diemelstadt und Bad Arolsen in der Nacht zum Samstag gegen eine unbekannte, ätzende Chemikalie vorgehen, die aus einem auf dem SVG-Hof parkenden Lkw ausgelaufen war.

In Chemikalienschutzanzügen rückten die Einsatzkräfte am SVG-Hof vor. Dabei waren stets zwei Mann an vorderster Front und zwei weitere wurden in Reserve gehalten, um im Notfall ihren Kameraden schnell helfen zu können. Das Foto entstand vor eingien Wochen bei einer Übung.

© Steffi Tepel

Diemelstadt-Rhoden. Unter Leitung von Stadtbrandinspektor Ulrich Volke mussten die Einsatzkräfte in Ladung in sichere Edelstahlfässer umfüllen. Die ausgetretene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel aufgenommen.
Der Einsatz, an dem insgesamt 30 Feuerwehrleute aus Rhoden und Wrexen sowie 35 Mann des Gefahrgutzuges aus Bad Arolsen über mehrere Stunden im Einsatz waren, wurde ausgelöst, als ein Lkw-Fahrer beim Umsatteln eines Lkw-Aufliegers eine austropfende Flüssigkeit bemerkte. Der Auflieger hatte ganz unterschiedliche Waren von Elektrogeräten über Waschbecken bis hin zu Gefahrstoffen in Kleingebinden eine breite Palette von Gütern geladen und sollte auf dem SVG-Hof von einem aus Westen kommenden Lkw an einen aus Osten kommenden Lkw umgesattelt werden.
Wahrscheinlich waren beim Verladen der Waren Fehler gemacht und die Ladung nicht richtig gesichert worden. So erklärt sich jedenfalls Stadtbrandinspektor Ulrich Volke, dass die auf einer Palette unten gelagerten Kleingebinde von Chemikalien über die Zeit durch das Gewicht der aufliegenden Paletten beschädigt wurden.
Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrleute wurde ein ätzender Chlorgeruch wahrgenommen, weshalb dann die bei Gefahrgutunfällen übliche Maschinerie in Gang gesetzt wurde. Rund um den Auflieger wurden eine 50 Meter große Gefahrenzone abgesteckt. Außerdem wurde die Zufahrt zur benachbarten Tankstelle abgeriegelt.
Gefahrgutexperten der Feuerwehren aus Rhoden und Wrexen versuchten sich mit besonderen Schutzanzügen ausgestattet, ein ersten Bild der Lage zu machen. Zunächst war nicht klar, woher die Flüssigkeiten kamen und wie sich genau die Ladung zusammensetzte. Deshalb wurde der Gefahrgutzug der Feuerwehr Bad Arolsen nachalarmiert.
Bis gegen 5 Uhr waren die Einsatzkräfte mit dem Abladen der Chemikalien beschäftigt. Bald stellte sich heraus, dass es sich bei der einen Flüssigkeit um einen Grünbelagsreiniger handelte. Die zweite, wahrscheinlich chlorhaltige Flüssigkeit blieb unbekannt. Zum Entladen des Aufliegers wurde ein Gabelstapler eines Diemelstädter Unternehmens herangezogen. Ein Feuerwehrmann unter Atemschutz übernahm die Maschinenbedienung.
Am Samstagvormittag wunderte sich Stadtbrandinspektor Ulrich Volke, dass die beiden beteiligten Speditionen bis 10 Uhr immer noch keinen Havarie-Kommissar an die Einsatzstelle entsandt hatten. „So etwas kennen wir von unseren vielen Autobahneinsätzen gar nicht. Da ist meist innerhalb von einer Stunde ein Beauftragter der Speditionen vor Ort, um die Bergung und Umladung der Ware zu oranisieren. Durch die Verzögerung würden die Kosten für den Einsatz weiter steigen.
In der Zwischenzeit ermittelt die Polizei wegen Verstoßes gegen die Ladungssicherheit. Auch die Untere Wasserbehörde wurde eingeschaltet.
Ausdrücklich lobte Volke die gute Zusammenarbeit mit der Bad Arolser Wehr, aus deren Einsatzleitwagen alles koordiniert wurde. Hier zahle sich aus, dass man innerhalb von drei Jahren zwei gemeinsame Gefahrgutübungen gefahren habe. (-es-)


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