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Bad Arolsen

Buchs, alte Rosen und Kräuter

Buchs, gerade Linien, Hopfen und ein liebevoll gestalteter Kräutergarten – wer beim Tag der offenen Gärten nach Bad Arolsen fährt, erlebt klassische Gartenkunst.

Das Geburtshaus des Bildhauers Christian Daniel Rauch ist umrahmt von Grün. Zum Teil seltene Kräuter, zahlreiche historische Rosen und Hopfen sind darin zu bewundern. Der Garten hinter dem Schreiberschen Haus in der Schlossstraße in Bad Arolsen ist wie eine parkähnliche Anlage gestaltet: Geschnittener Buchs, eine große Rasenfläche und ausgesuchte Ornamente machen ihn aus. Fotos: Marianne Dämmer Es sind die historischen Rosen, die den harten Winter überstanden haben.

© Marianne Dämmer

Bad Arolsen. Mit zwei grünen Kleinoden beteiligt sich das Museum Bad Arolsen erneut am Tag der offenen Gärten, der am 12. und 13. Juni zum 3. Mal in Waldeck-Frankenberg stattfindet: Zugänglich ist die klassische Parkanlage des Schreiberschen Hauses in der Schlossstraße 24 ebenso wie der Garten des Rauch-Geburtshauses in der ehemaligen Residenzstadt der Fürsten von Waldeck.

Ein Besuch der beiden Gärten lässt sich angenehm mit einem Museumsspaziergang verbinden, bei dem sich einem die barocke Planstadt, die am Beginn des 18. Jahrhunderts entstand, erschließt: Das Museum Bad Arolsen befindet sich in fünf historischen und architektonisch unterschiedlichen Gebäuden, zu denen das Schloss, der Marstall, das Beamten- oder Kaufmannshaus, das Handwerkerhaus und das Lakaienhaus gehören, erklärt Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel, die auch den Tag der offenen Gärten mitorganisiert.

Wer einen Blick in den Garten des Schreiberschen Hauses in der Schlossstraße 24 wirft, findet eine parkähnliche Anlage, die durch ihre klassischen Elemente besticht. Mit wenigen Mitteln werden Akzente gesetzt: Von dem Parterre, einer terrassenartigen Fläche unmittelbar hinter dem Haus, leitet eine beschnittene Buchsreihe rechts und links des Weges den Blick auf eine stattliche Pyramideneiche, die am hinteren Ende einer großen Rasenfläche steht. Lediglich zwei Sandsteinornamente, die im Sommer mit weißen Blumen bepflanzt werden, und ein Tisch aus Stein lenken den Blick ab. Umrahmt ist der Garten von Buchen, Rhododendren, Flieder und Trauerbirke.

Üppiger, und dennoch klar strukturiert, zeigt sich der Garten hinter dem Geburtshaus von Christian Daniel Rauch, dem berühmten Bildhauer, der als Hauptmeister des deutschen Klassizismus geschätzt wird. Der Garten in der Rauchstraße 6 verbindet eine Sammlung alter Rosensorten mit einem Kräutergarten, der traditionell mit Buchsbaumhecken gestaltet ist, erklärt Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel. „Die Anpflanzung von Hopfen in verschiedenen Bereichen der liebevoll gepflegten Anlage erinnert an die Geschichte des Ortes, der früher zu den fürstlichen Hopfengärten gehörte, bevor dort Ende des 17. Jahrhunderts das in Fachwerk errichtete Lakaienhaus entstand.“ 1977 wurde die Anlage nach historischem Vorbild wieder derart eingerichtet, wie sie immer noch zu bestaunen ist. Die alten Rosensorten hat seinerzeit Günther Jedicke, ehemaliger Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins, ausgesucht. Wie im Schreiberschen Garten sind es die Stadtgärtner und Ehrenamtlichen, die den Garten liebevoll pflegen.

In beiden Gärten werden beim Tag der offenen Gärten, 12. und 13. Juni, Führungen sowie von jeweils 14 bis 17 Uhr auch Programm geboten. Im Rauch-Garten stellt Dr. Ulrich Seidel seinen Apothekersenf aus Adorf und andere Spezialitäten aus Kräutern und Gewürzen vor. Im historisch nachempfundenen Gartenhäuschen wird ein Kräuterimbiss gereicht. Im Garten des Schreiberschen Hauses bietet Jennifer Jacobi vom Blu-
menhaus Marschke unter dem Titel „Rosen, Lavendel, Kräuter-Duft für die Sinne“ kreative Floristik.


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