Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Die Bürgermeisterkandidaten im Portrait: Daniela Neuschäfers „Familienbesuch“ in Friedrichshausen

Wahlkampf auf der alten Spielwiese

Frankenberg (gl). Wenn Daniela Neuschäfer in Friedrichshausen ist, schwingt bei ihr immer ein wenig Heimatgefühl mit – sie hat einen bedeutenden Teil ihrer Jugend in dem Dorf verbracht.

SPD-Bürgermeisterkandidatin Daniela Neuschäfer besucht mit der kleinen Karlotta an der Hand die Familie Mandel, mit der sie – wie mit vielen Friedrichshäusern – verwandt ist.

© Malte Glotz

Es gibt ein Foto, das zeigt Daniela Neuschäfer als Kind: Sie jagt darauf einem aufgeschreckten Huhn hinterher. Das Bild lagert zwischen einigen weiteren Fotografien der heutigen SPD-Bürgermeisterkandidatin – etwa einem von ihrer Konfirmation – in einem Haus in Friedrichshausen. Es ist das Haus ihrer Paten, aber es könnte so gut wie jedes Haus in dem Frankenberger Stadtteil sein: Daniela Neuschäfer scheint mit dem halben Dorf verwandt oder bekannt.
„Wenn ich nicht zu Hause war, dann bin ich bestimmt mit dem Fahrrad auf den Weg nach Friedrichshausen gewesen“, erinnert sich die Sozialdemokratin an ihre Kindheit und Jugend. Und ergänzt: „Noch heute schlage ich beim Laufen immer wieder den Weg nach Friedrichshausen ein; das ist gar nicht mal bewusst.“ Der Stadtteil östlich von Frankenberg scheint die heutige Schreufaerin seit ihrer Jugend förmlich anzuziehen. Warum sie in der Vergangenheit so viel Zeit in dem 380-Seelen-Dorf verbracht hat? Weil ein großer Teil ihrer Familie bis heute dort lebt. Ihr Vater ist ein echter Friedrichshäuser.

Häufig besucht sie ihre Paten. „Petter“ nennt sie den Patenonkel Reinhard Hufschildt liebevoll. Er ist engagiert im Wanderverein und so geht es in den Wochen vor der Wahl selbstverständlich um den Tourismus, wenn die beiden Zeit für ein Gespräch finden. Neuschäfer möchte Touristen nicht nur in die Walddörfer, nach Schreufa oder aber Viermünden „locken“, sondern ihnen auch die anderen Stadtteile Frankenbergs näherbringen – etwa Friedrichshausen.
Dabei ist ihr Fachgebiet ein ganz anderes: die Familienpolitik. Die Diplom-Pädagogin kann als ehemalige Frankenberger „Familienmanagerin“ wohl als Kennerin der Sorgen, Nöte und Bedürfnisse der Familien bezeichnet werden. So nimmt auch in ihrem Wahlprogramm das Soziale großen Raum ein. Selbstverständlich scheint es, dass sie auf das Pilotprojekt Familienstadt setzt und es sogar noch ausbauen möchte. Sie hat es entscheidend geprägt, war über vier Jahre eine enge Mitarbeiterin von Bürgermeister Christian Engelhardt.

Dörfer Dörfer sein lassen

Das allerdings hielt sie nicht davon ab, bei der Kommunalwahl im März für die SPD anzutreten und den Rathauschef nach erfolgter Wahl zur Fraktions-Vize auch mal etwas härter anzugehen – gerade im Gerangel um die Herausgabe vorläufiger Evaluationsdaten zum Familienstadt-Projekt. Überhaupt: Mit dem Kämpfen kennt sich Neuschäfer aus. Sie ist Mitglied im Frankenberger Budokan und wurde vor knapp drei Jahren deutsche Meisterin im Savate, einer Spielart des Boxens mit Händen und Füßen, die im 17. Jahrhundert von französischen Seeleuten erfunden wurde. Das allerdings sind Fähigkeiten, die sie in Friedrichshausen nicht benötigt: Dort sind es friedfertige Familien, die der Doktorandin der Kasseler Universität die Türen öffnen – auch Mitglieder ihrer eigenen: Cousins und Cousinen, Onkels und Tanten, sie alle wohnen noch immer im Dorf.
Und so wie zwei Friedrichshäuser Paten von Neuschäfer sind, ist sie Patin eines jungen Friedrichshäusers. Frederik heißt ihr Schützling und ist bereits in einem Alter, in dem er ausgesprochen wenig Lust verspürt, mit der Patentante durch das Dorf zu gehen. Anders Karlotta, Patenkind von Neuschäfers Lebensgefährte Dr. Hendrik Sommer: Bereitwillig ergreift sie die Hand der jungen Frau. Mit einem Lutscher in der Hand sammelt Karlotta sogleich Sympathien bei den Bürgern, die am Samstagnachmittag die Straße kehren. Öffnet sich eine Tür, fragt Daniela Neuschäfer, ob es etwas gibt, was sie als Bürgermeisterin tun könnte, damit das Leben auf dem Land ein wenig leichter wird. Gerade auch bei kleineren Betrieben ist ihr das wichtig. Sie möchte die Infrastruktur in den Stadtteilen erhalten und fördern – und dabei Dörfer Dörfer sein lassen.

In Friedrichshausen scheint die Infrastruktur in Ordnung zu sein: Es gibt kaum Klagen. So dreht Neuschäfer schließlich um, wirft ein paar Flyer in Briefkästen und schaut zum Schluss bei einem besonderen Haus vorbei: Dort ist ihr Vater aufgewachsen. Dort hat sie auch das Huhn gejagt – ob sie es gefangen hat, ist nicht überliefert.


Daniela Neuschäfer: Ideen säen, Zukunft ernten Frankenberg (rou). Motor, Koordinatorin und Kommunikatorin, diese Funktionen will Daniela Neuschäfer übernehmen, sollte sie am 26. Februar zur ersten Frankenberger Bürgermeisterin gewählt werden. „Idee säen, Zukunft ernten“, unter diesem Motto steht das Wahlprogramm der Sozialdemokratin. mehr
Großes Interesse beim Wahlforum der Frankenberger Zeitung - Video online Frankenberg (apa). Sachlich und wenig emotional zeigten sich die fünf Bürgermeisterkandidaten beim FZ-Wahlforum am Donnerstagabend in der voll besetzten Ederberglandhalle. mehr
SPD nominiert Daniela Neuschäfer als Bürgermeisterkandidatin Frankenberg (rou). Die Frankenberger Sozialdemokraten schicken nun doch nicht Gerd Nienhaus, sondern Daniela Neuschäfer in den Wahlkampf um die Nachfolge von Bürgermeister Christian Engelhardt. „Ich trete an, um zu gewinnen“, sagte die 33-Jährige am Montagabend. mehr
Bürgermeisterwahl: SPD-Chef auf der Suche nach dem Leck Frankenberg (jos). „Etwas gedrückt“ sei die Stimmung gewesen, als sich die Frankenberger SPD-Führung am Montag zu einer Krisensitzung getroffen hat, sagte Vorsitzender Volker Heß. Denn die Genossen wollten nicht, dass ihr Wunschkandidat vor der Mitgliederversammlung bekannt wird. Derweil ist im Internet eine Diskussion über den Bewerber Gerd Nienhaus entfacht. mehr
Der Wahlkampf in der „virtuellen Welt“ Frankenberg (rou). Bürgernah wollen sie sein und einen intensiven Austausch mit den Menschen pflegen – das haben die fünf Bürgermeisterkandidaten bei der Vorstellung der Wahlprogramme erklärt. Im Internet sind alle fünf vertreten, doch nur wenige bespielen die komplette Klaviatur „moderner“ Online-Kommunikationsmittel. mehr
Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Anzeige

WLZ-FZ bei facebook


Facebook

Anzeige

Aktuelle Umfrage

Praxisgebühr

Seit Wochen wird in der Politik darüber diskutiert, ob die Praxisgebühr für gesetzliche Krankenversicherte abgeschafft werden soll. Halten Sie die Gebühr, die pro Quartal zu zahlen ist, für sinnvoll?

Buntes

Preußen-Diamant

„Beau Sancy“ für 7,5 Millionen Euro versteigert

Der Diamant „Beau Sancy“ ist für 7,5 Millionen Euro versteigert worden.

Über vier Jahrhunderte schmückten sich königliche Häupter mit dem Edelstein: Zuletzt die letzte deutsche Kaiserin Auguste Victoria. Jetzt wurde der millionenschwere und geschichtsträchtige Diamant in Tropfenform mit Doppelrosenschliff versteigert. mehr

KommentareKommentar/e



Lokale Nachrichten von Bürgerreportern

myheimat.de

Die lokale Mitmach-Plattform unserer Zeitung: Bürger berichten aus Ihrem Heimatort. Die besten Beiträge werden in Ihrer Zeitung abgedruckt. mehr


 

Gesundheitsportal


Gesundheitsportal

Terminkalender




Leben in unserer Region

Leben in unserer Region

Die Serie der Waldeckischen Landeszeitung / Frankenberger Zeitung gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. mehr