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Frankenberger Bürgermeisterwahl: CDU-Bewerber Bernd Bluttner stellt Wahlprogramm vor

Bernd Bluttner: Dörfer „vital halten“, Kernstadt zur Eder öffnen

Frankenberg (rou). Mit dem Motto „Von Herzen Frankenberger“ wirbt CDU-Bürgermeisterkandidat Bernd Bluttner für sich. „Das Herz soll symbolisieren, wie verwurzelt ich in Frankenberg bin und dass ich mein Herzblut für diese Stadt gebe“, sagte der 44-Jährige.

CDU-Kandidat Bernd Bluttner wirbt mit dem Slogan „Von Herzen Frankenberger“.

© Rouven Raatz

Bluttners Wahlprogramm ist weitgehend deckungsgleich mit den Inhalten des Koalitionsvertrages, auf den sich CDU und Grüne verständigt haben. „Da ich die Inhalte maßgeblich mitbestimmt habe, wäre alles andere auch verwunderlich“, sagt der Bürgermeisterkandidat. Trotz der „80-prozentigen Schnittmenge“ setze er in seinem Programm auch eigene Akzente.

Doch aufgrund seiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung wisse er nur zu gut, dass der Handlungsspielraum begrenzt ist. „Ohne Moos nix los.“ Diese Redensart hat für Bluttner in der Politik Gültigkeit. Mit Blick auf die Haushaltslage der Stadt bewertet der CDU-Bewerber die Konsolidierung der Finanzen deshalb als das Ziel, das in den nächsten Jahren verfolgt werden muss. „Denn am Ende ist vieles eine Frage des Geldes.“

Zur Reduzierung des Haushaltsdefizits schlägt der Stadtrat die Verwendung von Überschüssen für die Schuldentilgung vor. Zudem würde er die Kommunalpolitiker zeitnaher als bisher üblich über Einnahmen und Ausgaben informieren. Weitere Ansätze sieht Bluttner in der Optimierung der Büroorganisation in der Verwaltung und der Überprüfung aller Ausgaben auf ihre Nachhaltigkeit.

Frankenberger an der Eder

Entscheidend findet er, die richtige Balance zu finden: zwischen Sparen und Investieren. „Es darf nicht um jeden Preis gespart werden, die Bürger müssen sich weiter wohlfühlen in ihrer Stadt.“ Vor allem die Infrastruktur dürfe nicht leiden. Und dazu zählt der Betriebswirt ebenso die Straßen wie städtische Einrichtungen oder kulturelle Angebote. Schließlich müsse Frankenberg auch für Neubürger attraktiv bleiben. Dabei denkt er an Menschen, die sich aus beruflichen Gründen in der Region niederlassen wollen. Wirtschaft und Stadt müssten den „Herausforderungen Hand in Hand begegnen“. Gemeinsam solle deshalb ein Stadtmarketing betrieben werden. Durchaus in der Pflicht sieht Bluttner die heimischen Kaufleute bei der Fortführung der Einkaufskinderbetreuung. „Dies ist keine originäre Aufgabe der Stadt.“ Andere, finanzierbare Projekte sollten aber über das Laufzeitende 2016 fortgesetzt werden.

Ins rechte Licht soll nach Bluttners Vorstellungen die Attraktivität Frankenbergs gerückt werden. Die würde er gerne durch die Anlage eines gepflasterten Laufbandes sowie einheitlicher Außenbewirtschaftung in der Fußgängerzone steigern. Im Zuge der Stadtsanierung misst er der Anbindung des geplanten Einkaufszentrums „Frankenberger Tor“ an die Fußgängerzone hohe Priorität bei. Gedanklich ist er aber schon einen Schritt weiter: „Durch einen Umbau der Uferstraße und durch neue Zugangsmöglichkeiten soll Frankenberg zu Frankenberg an der Eder werden.“ Wasser fasziniere Menschen, doch „momentan verstecken wir unseren wunderschönen Fluss“, bemängelt Bluttner und träumt von einem Bootsverleih in Höhe des Illerplatzes und einer Terrassenbewirtschaftung an der Eder.

Als eines der wichtigsten Themen seines Wahlprogrammes nennt Bluttner die Mobilität. „Das bewegt Jung wie Alt.“ Das seiner Meinung nach ineffiziente Stadtbussystem solle überarbeitet und durch ein Anrufsammeltaxi-Angebot im ganzen Stadtgebiet ergänzt werden. „Weg von großen, hin zu kleineren, von Elektromotoren angetriebenen Bussen“, ist seine Devise.

Ohnehin ist der 44-Jährige ein Verfechter der Energiewende. Der Anteil regenerativer Energien am städtischen Verbrauch solle ausgebaut werden, durch den Einsatz von LED-Straßenlampen würde er die Energieeffizienz steigern, und der Aufbau einer Energiegenossenschaft gewährleiste, dass alle Bürger vom Potenzial neuer Energieformen profitieren könnten.

„Betroffene beteiligen“

Nicht aus dem Fokus verloren werden dürften die Sorgen und Nöte der Menschen in den Stadtteilen. Die Verfügbarkeit von schnellem Internet bewertet Bluttner als dringend notwendig. Als effizienteste und vernünftigste Lösung sieht er funkgestützte Verbindungen.
Ebenso wichtig seien Konzepte, um die Ortskerne vital zu halten. Bluttner verweist auf die Dorfkonferenz in Viermünden und spricht sich dafür aus, dass die Stadt für den Abriss von alten, leer stehenden Häusern aufkomme, um Bauinteressierten entgegenzukommen. „Durch sinkenden Flächenbedarf schonen wir auch die Natur.“

Grundsätzlich will Bluttner, der seit dem Jahr 2006 Stadtrat ist, die Frankenberger bei allen Entscheidungen mit ins Boot holen und „Betroffene zu Beteiligten“ machen. Er plädiert für mehr bürgerschaftliche Eigenverantwortung. Denkbar ist für ihn, interessierten Vereinen Sportplätze zu übertragen und sie im Gegenzug finanziell zu unterstützen, oder die Einführung von Spielplatzpatenschaften. Auf seiner Agenda steht außerdem die Einführung eines städtischen Ehrenamtspreises und des seit geraumer Zeit diskutierten parlamentarischen Informationsdienstes.


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