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Hintergrund

Sagenhafte Schwarzerle

Die Schwarzerle genießt einen festen Platz in der Sagen- und Legendenwelt der verschiedensten Landschaften. Aufgrund ihres Nischenvorkommens an besonderen Standorten (Mooren, Sümpfen, Brüchen), die symbolisch für verrufene und unheimliche Orte stehen, aber auch wegen des sich rot färbenden Holzes werden der Erle zu Unrecht viele negative Wirkungen zugeschrieben. Vielleicht auch deshalb gewinnt die Erle mit dem im Volksglauben üblichen Mittel des Gegenzaubers umfangreiche Bedeutung.

Umgestürzte, tote Stämme und nasser Untergrund prägen das Bild in einem Erlenbruchwald. Foto: Schuldt

Hierzu einige Beispiele:

Bereits bei den Griechen findet die Erle in Vergils Bericht in der Aenaeis Erwähnung.

Nach dem Glauben der Kelten entsprang der erste Mann einer Erle, seine Gefährtin einer Eberesche.

Wohl das bekannteste Beispiel ist Goethes Erlkönig. In dieser ursprünglich von Herder 1778 übersetzten dänischen Volksballade „Herr Oluf“ trifft Herr Oluf beim nächtlichen Ritt zu einer Hochzeit die Tochter des dänischen Elfenkönigs (Ellerkonge) und verweigert ihr einen Tanz, wofür er mit dem Leben bezahlt. In Goethes Werk übersetzt dieser den Namen Ellerkonge mit Erlkönig, wobei ein Vater mit seinem Sohn dem Erlkönig mit seinen Töchtern beim nächtlichen Ritt begegnet und der Sohn der Tod findet.

Im mecklenburgischen Volksglauben wird die rote­ Farbe des Erlenholzes mit Christus in Verbindung gebracht, der blutend an einem Kreuz aus Erlenholz starb.

Im sechsten Jahrhundert wurden nach altfränkischem Recht (Lex Salica) über dem Kopf eines Verurteilten vier Erlenstäbe zerbrochen und in verschiedene Richtungen geworfen. Damit wurde er aus der Gemeinschaft verstoßen und die Lossagung des Betroffenen von Haus und Familie symbolisiert. Hierauf geht die heutige Redensart „Über jemanden den Stab brechen“ zurück. (r)


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