Obwohl die Kiefer robust ist, hat sie eine entscheidende Schwäche: Bei Nassschnee bricht ihre Krone leicht ab, was den Ertrag zusätzlich schmälert. Deshalb lohnte es sich nicht, als in der Wellener Gemarkung vor 50 Jahren reine Kiefernbestände gepflanzt wurden. Vor 30 Jahren begann man damit, Kiefern-Mischwälder abzuholzen und stattdessen Fichtenschonungen anzulegen
Kiefernholz wird hauptsächlich als Baustoff im Innenausbau und für Möbel eingesetzt. Im imprägnierter Form findet es sich draußen in Form von Masten, Raumpfählen und als Gartenholz.
Auf Waldwolle gebettet
Historisch fielen der Kiefer weitere Rollen in der Wirtschaft zu. Dem an Harz reichen Baum wurden pro Jahr 1,5 bis 4 Kilogramm des klebrigen Saftes abgezapft. Er diente als Rohstoff für pharmazeutische Produkte, Lacke oder Wagenschmiere.
Harz war das Ausgangsprodukt für Tusche, Buchdruckerschwärze oder schwarze Ölfarbe. Aus dem harzigen Holz wurde Holzteer (Pech) zum Abdichten von Holzfässern und Booten gewonnen. Arme Familien weichten früher Kiefernnadeln ein, bis die harte Schale aufsprang und das weiche, watteähnliche Innere freigab: die „Waldwolle“ als Füllung für Kissen und Bettdecken. Das Harz der Knospen, das sogenannte Terpentinöl, wurde in der Volksheilkunde als Einreibung bei Hautverletzungen und als Inhalationsstoff bei Erkrankungen der Atemwege verwandt. Bis heute liefert es den Grundstoff für ätherische Ölbäder und ähnliche Produkte. Das lukrativste Überbleibsel der Kiefer ist aber der Bernstein: versteinertes Baumharz, das von dieser Konifere stammt, auch „Gold des Nordens“ genannt. (su)
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