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Weißtanne

Stichwort

Die Weißtanne (Abies alba Mill.) gehört zur Gattung Tanne (Abies), zur Familie der Kieferngewächse und ist mit rund 51 Arten in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel vertreten. Hierzu zählen bekannte Arten wie die Edeltanne, Nordmanntanne, Koreatanne, Küstentanne, Griechische und Spanische Tanne oder die Veitchstanne, die in vielen Gärten und Parks präsentiert werden.

 Jungpflanzen werden gegen Wild geschützt, wie Revierförster Markus Sarrazin und Andrea Bock zeigen.

© su

In Deutschland ist nur die Weißtanne heimisch. Ihre nördliche natürliche Ausbreitungsgrenze verläuft vom nordwestlichen Schwarzwald über Thüringen bis ins Erzgebirge. Die Weißtanne wird auch Silbertanne genannt. Diesen Namen verdankt sie ihrer im Alter weißgrau bis silbrig glänzenden Rinde.

Trotz deutlicher Unterschiede wird die Tanne oft mit der Fichte verwechselt, und meistens ist der Tannenbaum des Volksmundes in Wirklichkeit eine Fichte. Zur Unterscheidung: Tannennadeln sind dunkler und besitzen auf der Unterseite zwei deutlich erkennbare weiße Streifen. Ihre Spitzen sind abgerundet manchmal auch leicht gekerbt, weshalb eine Tannennadel auch nicht sticht. Während Fichtennadeln auf einem kleinen Höcker am Zweig sitzen, ist der Ansatz der Tannennadel breit und scheibenförmig.: Tannenzapfen sitzen auf den Zweigen, während Fichtenzapfen vom Zweig herabhängen.

Wer seinen Adventschmuck mit den Zapfen der großen Tannen bereichern will, hat keine Chance: Tannenzapfen fallen nie als Ganzes vom Baum, sondern lösen sich auf dem Zweig sitzend auf, indem sich die Zapfenschuppen mit den darin befindlichen geflügelten Samen von der Zapfenspitze her lösen und auf den Waldboden segeln. Zurück bleiben die Zapfenspindeln, die wie kleine Spieße aussehen.
So vermehrt sich die Tanne auf natürlichem Wege. Oft stellt sich der Nachwuchs besser in Mischwäldern unter alten Buchen und Fichten ein als im reinen Tannenwald.

Als eine Baumart des Bergmischwaldes ist die Weißtanne in Alpen und Alpenvorland, im Schwarzwald, im Bayerischen und Oberpfälzer Wald, im Fichtelgebirge, Thüringer Wald sowie in Franken und im Erzgebirge heimisch. Hier ist sie überwiegend in Mischung mit Buchen und Fichten mit einem Anteil von 15 bis zu 50 Prozent vertreten.

Tannen sind prädestiniert als Mischungsbäume, da sie lange Zeit im Schatten von Altbäumen überdauern können und bei späterem Lichtgenuss in die Höhe schießen. Ihre Wurzeln reichen bis in 1,60 Meter Tiefe. Das ist nicht nur von Vorteil für die Stabilität der Bäume, sondern auch für den Nährstoffkreislauf am und im Waldboden. Nährstoffe, die für andere Baumarten nicht erreichbar sind, werden verfügbar und gehen mit der an Phosphor, Calcium, Kalium und Magnesium reichhaltigen und gut zersetzbaren Nadelstreu schnell wieder in den Waldboden ein, wo sie auch anderen Bäumen zugute kommen.


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